Startseite Nachrichten Der Entwickler des US-Altersvorsorgemodells: Viele brauchen eine andere Sparmöglichkeit

Der Entwickler des US-Altersvorsorgemodells: Viele brauchen eine andere Sparmöglichkeit

401k pension plan
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Für das Alter zu sparen, kann schwierig sein, wenn alltägliche Ausgaben kaum Spielraum für eine langfristige Planung lassen. Eine relativ neue betriebliche Zusatzleistung soll dieses Problem angehen, indem ein größerer Teil der Finanzierungslast auf die Arbeitgeber verlagert wird.

Ted Benna, ein Berater für betriebliche Zusatzleistungen, dem weithin eine Pionierrolle bei der Entwicklung des modernen 401(k)-Plans zugeschrieben wird, wirbt für einen anderen Ansatz, mit dem Beschäftigte mit niedrigen und mittleren Einkommen Ersparnisse aufbauen können.

„Das 401(k)-Modell funktioniert derzeit für viele Beschäftigte mit niedrigen und mittleren Einkommen nicht besonders gut“, sagte Benna gegenüber Bloomberg.

Seine Bedenken betreffen vor allem die Frage, was sich Beschäftigte tatsächlich leisten können. Traditionelle 401(k)-Pläne setzen in der Regel voraus, dass Beschäftigte einen Teil ihres Gehalts zurücklegen, wobei der Arbeitgeber häufig einen Zuschuss leistet. Dieses Modell kann für Menschen gut funktionieren, die genug verdienen, um regelmäßig einzuzahlen. Benna argumentiert jedoch, dass viele Beschäftigte das Geld nicht entbehren können.

Er sagte, einige Beschäftigte könnten es sich „nicht leisten, dass Geld von ihrem Gehalt abgezogen wird, selbst wenn sie die Möglichkeit dazu haben“.

401(k)-Pläne bleiben dennoch ein zentraler Bestandteil des US-amerikanischen Altersvorsorgesystems. Aktuellen Branchendaten zufolge liegt das Gesamtvermögen der Pläne bei knapp 10 Billionen US-Dollar, und Dutzende Millionen Menschen in den USA nehmen daran teil.

Ein anderes betriebliches Modell

Benna und der Unternehmer Kyle Bagley stehen hinter Radish, einem arbeitgeberfinanzierten Sparmodell, das Beschäftigte belohnen und ihnen zugleich helfen soll, zusätzlich zu ihrem regulären Einkommen Ersparnisse aufzubauen.

Laut Money können Arbeitgeber ihre Beiträge an betriebliche Ziele wie Anwesenheit, Sicherheit oder Leistung knüpfen. So könnte ein Unternehmen beispielsweise jedes Mal einen kleinen Betrag auf das Konto eines Beschäftigten einzahlen, wenn dieser ein Anwesenheitsziel erreicht.

Der entscheidende Unterschied liegt darin, woher das Geld stammt. Statt von den Beschäftigten zu verlangen, einen Teil ihres Gehalts in das Sparmodell einzuzahlen, finanziert der Arbeitgeber das Konto. Radish wird außerdem mit möglichen Vorteilen bei den Lohnabgaben für teilnehmende Unternehmen beworben, je nachdem, wie das Modell ausgestaltet ist.

Money berichtet, dass Radish ein Geldmarktkonto als vergleichsweise einfache Form der Geldanlage empfiehlt. Das Guthaben kann später in eine traditionelle Altersvorsorgelösung wie einen 401(k)-Plan oder ein IRA-Konto übertragen werden.

Dem Bericht zufolge richtet sich das Angebot außerdem an Beschäftigte mit einem Jahreseinkommen von höchstens 155.000 US-Dollar. Diese Einkommensgrenze ist als Merkmal der konkreten Ausgestaltung von Radish zu verstehen und nicht als allgemeine Regel für betriebliche Sparmodelle.

Mehr Flexibilität – aber mit Regeln

Ein weiterer Teil des Vorschlags sieht vor, dass Beschäftigte leichter auf ihre angesammelten Ersparnisse zugreifen können als bei einem üblichen 401(k)-Plan.

Arbeitgeber können laut Money festlegen, unter welchen Umständen Beschäftigte das Geld verwenden dürfen, etwa für bestimmte medizinische Ausgaben oder dringend notwendige Fahrzeugreparaturen. Dadurch könnte das Konto sowohl als langfristige Sparmöglichkeit als auch als finanzieller Puffer für unerwartete Kosten dienen.

Entnahmen können jedoch weiterhin steuerliche Folgen haben. Die steuerliche Behandlung kann von der Ausgestaltung des Modells und den Umständen der Entnahme abhängen. Money zufolge können bestimmte Entnahmen vor dem Alter von 59½ Jahren der US-Einkommensteuer auf Bundesebene sowie einer zusätzlichen Strafabgabe für vorzeitige Entnahmen unterliegen.

Radish befindet sich noch in einem frühen Stadium. Bloomberg zufolge ist die Verbreitung bislang begrenzt, während Money berichtete, das Unternehmen plane ein Pilotprojekt mit einem Speditionsunternehmen, das rund 200 Menschen beschäftigt.

Benna sieht Radish als eine Möglichkeit, Beschäftigte zu unterstützen, denen das Sparen schwerfällt, weil der größte Teil ihres Einkommens für alltägliche Ausgaben aufgewendet werden muss.

Quellen: Bloomberg, Money