Deutscher Kanzler konfrontiert Trump öffentlich wegen Europa-Initiative
Neue Spannungen sind zwischen Washington und Berlin entstanden, nachdem die Trump-Regierung eine millionenschwere Förderinitiative vorgestellt hat, die darauf abzielt, die sogenannten gemeinsamen Werte der westlichen Zivilisation in ganz Europa zu unterstützen.
Der deutsche Kanzler Friedrich Merz hat mit einer scharfen Warnung reagiert und argumentiert, die Vereinigten Staaten sollten sich aus Deutschlands politischen Angelegenheiten heraushalten.
Merz weist Einmischung zurück
In Berlin kritisierte Merz ein neues Förderprogramm des US-Außenministeriums im Wert von fast $5 Millionen, das Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, demokratische Resilienz und Rechtsstaatlichkeit in ganz Europa fördern soll.
Auf die Frage, ob er die Initiative als legitime Unterstützung oder als politische Einmischung betrachte, machte der deutsche Regierungschef seine Position deutlich.
„Wir mischen uns nicht in amerikanische Wahlen ein; an diesem Prinzip haben wir uns immer gehalten“, sagte er laut Digi24.
Er betonte weiter, dass derselbe Standard auch in die entgegengesetzte Richtung gelten sollte.
„Was mich betrifft, so möchte ich nicht, dass sich die amerikanische Regierung oder ihr angeschlossene Institutionen in deutsche Wahlen einmischen.“
Washington skizziert seine Prioritäten
Das Förderprogramm wurde Anfang dieser Woche angekündigt und lädt Organisationen ein, sich um Mittel zu bewerben, um Themen wie nationale Souveränität, Migration, Zensur und das, was das Außenministerium als Schutz des gemeinsamen politischen und kulturellen Erbes des Westens bezeichnet, anzugehen.
Laut der Ankündigung könnten einzelne Antragsteller Zuschüsse von bis zu $3 Millionen erhalten.
Obwohl das Programm politische Parteien nicht explizit als potenzielle Empfänger nennt, betonte Merz, dass die ausländische Finanzierung politischer Parteien nach deutschem Recht verboten sei.
Wachsende Debatte über europäische Politik
Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund zunehmend engerer Beziehungen zwischen Persönlichkeiten der Trump-Regierung und mehreren nationalistischen Bewegungen in ganz Europa, einschließlich der deutschen Alternative für Deutschland (AfD), die derzeit einige nationale Meinungsumfragen anführt und hofft, später in diesem Jahr größere regionale Siege zu erzielen.
Beamte des Außenministeriums haben wiederholt bestritten, versucht zu haben, die europäische Politik zu beeinflussen, obwohl sie Treffen mit rechten politischen Persönlichkeiten abhielten.
Kritiker argumentieren indes, dass die Initiative auch darauf abzielt, die Bemühungen der Europäischen Union zur Regulierung großer amerikanischer Technologieunternehmen infrage zu stellen.
Die Förderbekanntmachung selbst wirft supranationalen Institutionen und Regierungen vor, die politische Beteiligung durch weitreichende Hassrede-Gesetze und Online-Inhaltsvorschriften einzuschränken.
„Supranationale Institutionen und Regierungen nutzen die Staatsmacht, um grundlegende Prinzipien der demokratischen Selbstverwaltung durch übermäßig weitreichende und vage Hassrede-Gesetze und Online-Inhaltsvorschriften zu untergraben, die die Meinungsäußerung kontrollieren und bestrafen, während sie die politische Beteiligung unterdrücken.“
Der Austausch ist ein weiteres Zeichen wachsender Reibung zwischen Washington und mehreren europäischen Regierungen über die zukünftige Richtung von Demokratie, Meinungsfreiheit und politischem Einfluss auf beiden Seiten des Atlantiks.