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Die Ukraine hat ein ziviles Flugzeug mit einer Minigun ausgerüstet – nun hat es fast 150 russische Drohnen abgeschossen

Antonov AN-28
Real_life_photo / Shutterstock.com

Zivile Flugzeuge erhielten vor weniger als einem Jahr die Genehmigung, russische Drohnen abzufangen.

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Die ukrainische Luftverteidigung musste sich im Verlauf des Krieges anpassen und greift dabei auf Mittel und Menschen zurück, die früher weit von der Frontlinie entfernt waren. In den vergangenen Monaten haben sich die Grenzen zwischen zivilen und militärischen Rollen auf unerwartete Weise verwischt.

Ein bescheidenes Flugzeug und seine Besatzung spielen inzwischen eine Rolle beim Schutz des Luftraums – fernab des Rampenlichts, aber nahe an der Bedrohung. Ihre Arbeit spiegelt einen umfassenderen Versuch wider, jede verfügbare Option zu nutzen.

Hinter den Einsätzen steht eine Mischung aus Improvisation, offizieller Genehmigung und stillem Risiko, während neue Methoden unter Druck erprobt werden.

Eine ungewöhnliche Verteidigung

Private Flugzeuge erhielten erst im Sommer 2025 die Genehmigung, russische Drohnen abzufangen, nachdem ukrainische Planer zu dem Schluss gekommen waren, dass jedes Flugzeug zählt. Seitdem hat ein kleines zweimotoriges Transportflugzeug vom Typ An-28, geflogen von Freiwilligen, dabei geholfen, mehr als 100 Drohnen abzuschießen.

Der französische Sender TF1, dessen Team einen Einsatz begleitete, berichtete, dass bei einer einzigen Mission fünf Drohnen abgefangen wurden. Auf dem Filmmaterial war zu sehen, wie eine M134-Minigun auf Ziele feuerte – eine Rolle, die üblicherweise mit Hubschraubern verbunden wird.

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Das Flugzeug operiert nun neben Kampfjets, Luftabwehrsystemen, UAV-Abfangjägern und mobilen Feuergruppen und fügt der ukrainischen Verteidigung eine weitere Ebene hinzu.

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Hinweis: Eine PZL M28 Skytruck ist eine modernisierte, westlich ausgerichtete Weiterentwicklung der in Lizenz gebauten Antonow An-28.

Wie die Einsätze ablaufen

Disponenten lotsen die An-28 in Gebiete, in denen Drohnen entdeckt wurden. Vor Ort muss die Besatzung das Ziel visuell ausmachen, und ein Schütze feuert manuell aus dem Flugzeug.

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Die Crewmitglieder sind Zivilisten, die sich freiwillig gemeldet haben, um das Militär zu unterstützen. Abfänge erfolgen ausschließlich über Feldern oder Wäldern, niemals über bewohnten Gebieten.

Defense Express berichtete, dass dieser Ansatz zeigt, wie die Ukraine alle verfügbaren Ressourcen ausschöpft. Die Methode hat jedoch Grenzen, da sie auf Sicht und Funkführung angewiesen ist, was nächtliche Einsätze ohne spezielle Ausrüstung besonders schwierig macht.

Das Flugzeug selbst

Die An-28 trat erstmals im Herbst 2025 öffentlich als „Drohnenjäger“ in Erscheinung, nachdem es zu einer nicht genehmigten Veröffentlichung gekommen war. Inzwischen wurde dies offiziell bestätigt, und ausländischen Journalisten wurde Zugang gewährt.

Das in Kyjiw entworfene und in Polen gebaute Flugzeug inspirierte auch die polnische Angriffsvariante MC-145B SOMA, die über fortschrittliche Sensoren und Bewaffnung verfügt. Die freiwillige Besatzung malte das „Gehalt“ des Flugzeugs auf den Rumpf: Jahr-28.

Die An-28 absolvierte ihren Erstflug 1969. Von 191 gebauten Exemplaren sind nur noch 16 im Einsatz. Später entwickelte sie sich zur PZL M28 Skytruck weiter, die in der Regel bis zu 15 Passagiere befördert.

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Quellen: Digi24, TF1, Defense Express, The Kyiv Post