Mehrere Ebola-Behandlungszentren im Kongo wurden angegriffen und niedergebrannt, während Gesundheitsbehörden warnen, dass sich der Ausbruch inmitten wachsender Angst und zunehmenden Misstrauens weiter ausbreitet.
Mehrere Ebola-Behandlungszentren in der Demokratischen Republik Kongo sind angegriffen und in Brand gesetzt worden, während Misstrauen und Angst rund um den Ausbruch zunehmen.
Gesundheitsbehörden erklärten, Patienten seien aus mindestens einer Einrichtung geflohen, während die Behörden darum kämpfen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen.
Zentren angegriffen
Laut Digi24 unter Berufung auf Associated Press griffen Anwohner drei Ebola-Behandlungszentren in der Stadt Mongwabalu an.
Beamte erklärten, 18 Patienten seien nach den Ausschreitungen aus einer der Einrichtungen geflohen und bislang nicht wiedergefunden worden.
Die Zentren wurden von Ärzte ohne Grenzen betrieben und behandelten Menschen mit bestätigten oder vermuteten Ebola-Infektionen.
Der örtliche Krankenhausdirektor Richard Lokudi erklärte, bei den Angriffen seien keine Verletzten gemeldet worden.
Wachsende Spannungen
Der erste gemeldete Vorfall ereignete sich am 21. Mai in Rwampara, nachdem Angehörige eines Fußballspielers, der mutmaßlich an Ebola gestorben war, ein Behandlungszentrum in Brand gesetzt hatten.
Laut Associated Press beschuldigte die Familie ausländische medizinische Helfer, über die Krankheit zu lügen, nachdem Ärzte die Herausgabe des Leichnams für die Beerdigung verweigert hatten.
Traditionelle Bestattungsrituale bleiben eine große Herausforderung für Gesundheitsbehörden, die versuchen, die Übertragung einzudämmen.
In einigen Gemeinschaften gilt das Berühren des Körpers des Verstorbenen als wichtiges Zeichen von Respekt und Trauer.
Ausbruch breitet sich aus
Die kongolesischen Behörden haben Inlandsflüge aus Bunia, einem der Hauptzentren des Ausbruchs nahe der Grenze zu Uganda, ausgesetzt.
Gesundheitsminister aus Kongo, Uganda und Südsudan warnten laut Digi24 vor einem steigenden Risiko einer grenzüberschreitenden Ausbreitung.
Nach Angaben von Beamten, die von Associated Press zitiert wurden, ist die Zahl der vermuteten Ebola-Fälle auf 904 gestiegen, während 119 mutmaßliche Todesfälle registriert wurden.
Ärzte haben Berichten zufolge nur einen Bruchteil der bekannten Kontaktpersonen infizierter Patienten identifiziert.
Notfallreaktion
Laut Digi24 erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO den Ausbruch am 17. Mai zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite.
Nach Angaben der WHO handelt es sich um den seltenen Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus, für den derzeit kein zugelassener Impfstoff existiert.
Der Leiter der Africa CDC, Jean Kasaya, warnte, dass medizinisches Personal ohne ausreichende Schutzausrüstung oder spezialisierte Einrichtungen arbeite.
„Es ist, als wäre man Soldat und würde ohne Munition in die Schlacht ziehen“, sagte er.
Quellen: Digi24, Associated Press, WHO, Africa CDC