Sergej Iwanow, ehemaliger russischer Verteidigungsminister, hochrangiger Kreml-Vertreter und langjähriger Vertrauter Wladimir Putins, ist im Alter von 73 Jahren gestorben.
Sergej Iwanow, einer der engsten langjährigen Vertrauten Wladimir Putins und einer der wichtigsten Architekten des russischen Sicherheitsapparats nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, ist im Alter von 73 Jahren gestorben.
Laut Reuters wurde Iwanows Tod zunächst von der VTB United League bekannt gegeben, deren Ehrenpräsident er war, bevor der Kreml die Nachricht später bestätigte.
Hochrangiger Kreml-Vertreter
Iwanow gehörte zu den führenden Mitgliedern der sogenannten Silowiki, der einflussreichen Gruppe ehemaliger Sicherheitsbeamter, die nach dem Zerfall der Sowjetunion gemeinsam mit Putin aufstiegen.
Laut Reuters war er ab 2001 russischer Verteidigungsminister und bekleidete später die Ämter des stellvertretenden Ministerpräsidenten, des Ersten Stellvertretenden Ministerpräsidenten und schließlich des Chefs der Präsidialverwaltung.
Zeitweise galt Iwanow als möglicher Nachfolger Putins, bevor Dmitri Medwedew 2008 zum Präsidenten gewählt wurde.
Hintergrund im Sicherheitsapparat
Iwanow wurde im damaligen Leningrad, dem heutigen Sankt Petersburg, geboren und studierte Fremdsprachen, bevor er dem sowjetischen KGB beitrat, wo er zu Beginn ihrer Laufbahnen gemeinsam mit Putin tätig war.
Wie Reuters berichtet, stieg er nach dem Zerfall der Sowjetunion innerhalb der russischen Sicherheitsdienste auf und wurde schließlich stellvertretender Direktor des FSB.
Als Verteidigungsminister führte er die russischen Streitkräfte während des Zweiten Tschetschenienkriegs und spielte eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Moskauer Sicherheitspolitik.
Haltung gegenüber dem Westen
Iwanow kritisierte häufig die Osterweiterung der NATO und argumentierte, dass die Sicherheitsinteressen Russlands von den westlichen Staaten ignoriert würden.
Laut Reuters warnte er wiederholt vor den US-Plänen zur Raketenabwehr sowie vor der Erosion der Rüstungskontrollabkommen – Positionen, die später viele der Argumente widerspiegelten, mit denen der Kreml seine Politik gegenüber der Ukraine rechtfertigte; Behauptungen, die von Kyjiw und seinen westlichen Verbündeten zurückgewiesen werden.
Würdigung des Kremls
Iwanows Einfluss nahm ab, nachdem er 2016 als Chef der Präsidialverwaltung abgelöst und zum Sonderbeauftragten des Präsidenten für Umwelt- und Verkehrsfragen ernannt worden war.
Nach Bekanntwerden seines Todes erklärte der Kreml laut Reuters, Putin habe Iwanows Familie und Freunden sein „tiefstes Beileid“ ausgesprochen.
Quellen: Reuters