Südjapan von starkem Beben getroffen, Behörden warnen vor Tsunami und Nachbeben.
Ein starkes Erdbeben erschütterte weite Teile von Kyushu, Japan, unterbrach den Verkehr, kappte die Stromversorgung für Zehntausende von Haushalten und veranlasste die Behörden, Tsunami- und Nachbebenwarnungen auszusprechen.
Laut Reuters gaben japanische Beamte an, dass das Beben eine vorläufige Stärke von 7,1 aufwies und am Dienstag die Präfektur Kumamoto traf, wobei Erschütterungen in mehreren benachbarten Regionen zu spüren waren.
Stromausfälle und Einstellung des Bahnverkehrs
Das Erdbeben verursachte weitreichende Störungen in ganz Kyushu.
Kyushu Electric Power meldete, dass nach dem Beben rund 40.000 Haushalte ohne Strom waren, während der Bahnnetzbetreiber JR Kyushu mehrere Zugverbindungen, darunter seine Hochgeschwindigkeits-Shinkansen-Züge, einstellte.
Notfall-Erdbebenwarnungen wurden für die Präfekturen Kumamoto, Nagasaki, Kagoshima, Fukuoka, Saga, Oita und Miyazaki ausgegeben, da die Behörden die Bewohner aufforderten, auf weitere seismische Aktivitäten vorbereitet zu sein.
Japans Meteorologische Agentur gab zudem eine Tsunami-Warnung für Wellen von bis zu einem Meter Höhe heraus.
Mehrere große Hersteller betreiben Anlagen in der betroffenen Region, darunter Sony und die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), der weltweit größte Auftragsfertiger von Chips.
Ein Sony-Sprecher sagte, das Unternehmen prüfe die Bedingungen an seinen Standorten nach dem Erdbeben. TSMC äußerte sich nicht unmittelbar zur Situation.
Nuklearanlagen unversehrt
Japans Atomaufsichtsbehörde erklärte, dass nach dem Beben keine Anomalien in den Atomkraftwerken der betroffenen Region festgestellt worden seien.
Die Behörden warnten dennoch, dass Nachbeben weiterhin möglich seien, während die Rettungskräfte die Schäden in der gesamten Region weiterhin begutachten.
Japan erlebt häufig seismische Aktivitäten aufgrund seiner Lage entlang des pazifischen „Ring of Fire“, wo mehrere tektonische Platten aufeinandertreffen.
Nach Angaben japanischer Behörden entfallen auf das Land etwa 20 Prozent der weltweiten Erdbeben der Stärke 6,0 oder höher.
Die Erinnerungen an die verheerenden Erdbeben von Kumamoto vor einem Jahrzehnt, die nach offiziellen Angaben 275 Menschen das Leben kosteten und weitere 2.739 Personen verletzten, sind ebenfalls noch frisch.