EU-Diplomatin Kallas sagt, Russland habe zur globalen Instabilität beigetragen.
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Die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten sind teilweise das Ergebnis geschwächter internationaler Regeln, sagt die Chefdiplomatin der Europäischen Union. Bei einer Rede in der Schweiz erklärte Kaja Kallas, dass die heutige globale Instabilität nicht plötzlich entstanden sei.
Stattdessen habe sie sich über Jahre entwickelt, während internationales Recht ohne Konsequenzen missachtet wurde.
Russland verantwortlich gemacht
Kallas äußerte sich während einer Rede an der Universität Zürich, wie Ukrinform und der diplomatische Dienst der EU berichteten.
„Das Chaos, das wir heute im Nahen Osten sehen, ist eine direkte Folge der Erosion des Völkerrechts. Es begann, als Russland, ein ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates, sein Nachbarland ohne Konsequenzen und mit einer guten Portion Zynismus angriff“, sagte sie.
Laut Kallas sendete dies weltweit die Botschaft, dass Staaten handeln könnten, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden.
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Es habe die Vorstellung geschaffen, dass „es keine Verantwortung für das eigene Handeln gibt und das Regelwerk aus dem Fenster geworfen wurde.“
Warnung vor Missachtung des Rechts
Kallas sagte, die Wiederherstellung des internationalen Rechts und die Durchsetzung von Verantwortung seien entscheidend, um weitere Krisen zu verhindern.
Ohne diese Schritte würden ähnliche Rechtsverletzungen und Konflikte weiterhin auftreten.
„Ohne die Wiederherstellung des internationalen Rechts zusammen mit Verantwortlichkeit sind wir dazu verurteilt, wiederholte Rechtsverstöße, Störungen und Chaos zu erleben“, sagte sie.
Die EU-Diplomatin erklärte, Russlands Handlungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten hätten eine große Rolle bei der Schwächung globaler Regeln gespielt.
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Muster von Konflikten
Kallas verwies auf mehrere militärische Aktionen, die ihrer Meinung nach ein Muster von Aggression zeigen.
„Wir in Europa haben eine existenzielle Bedrohung vor unserer Haustür. Russlands militärische Kampagne begann mit Georgien im Jahr 2008, dann der Krim 2014, Syrien als Testfeld 2015, gefolgt von der großangelegten Invasion der Ukraine im Jahr 2022. Doch der Donbas ist nicht Russlands Endziel“, sagte sie.
Sie warnte auch, dass Europa mit Cyberangriffen, Sabotage an Infrastruktur und Versuchen zur Schwächung von Bündnissen konfrontiert sei.
Trotzdem betonte Kallas, dass Russland nicht mehr so mächtig sei wie früher.
„Machen Sie keinen Fehler: Russland ist nicht die aufstrebende Supermacht, die es vor 80 Jahren war“, sagte sie und verwies auf wirtschaftliche Probleme und schwere Verluste im Krieg in der Ukraine.
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Quellen: Ukrinform, Europäischer Auswärtiger Dienst