Die Ukraine plant, ein neues europäisches Luftverteidigungssystem unter realen Gefechtsbedingungen zu testen, sobald es später in diesem Jahr geliefert wird. Das System soll eine Alternative zur in den USA hergestellten Patriot-Plattform bieten.
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Kyjiw erklärt, dass der bevorstehende Einsatz darüber entscheiden könnte, ob Europas neueste Raketenabwehrtechnologie ballistische Bedrohungen abfangen kann, berichtet United24.media.
Neues System erwartet
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, die Ukraine werde das Luftverteidigungssystem der nächsten Generation SAMP/T NG aus Frankreich erhalten und beabsichtige, es gegen ballistische Raketen zu testen, berichtet UNITED24 Media.
Das gemeinsam von Frankreich und Italien entwickelte System soll die Fähigkeiten der bestehenden SAMP/T-Plattform deutlich erweitern.
„SAMP/T ist heute die einzige Alternative in Europa“, sagte Selenskyj.
„Wir werden in diesem Jahr sehen, ob die neuen SAMP/T-Systeme ballistische Raketen abschießen können. In diesem Jahr werden wir das System erhalten und es gegen ballistische Bedrohungen testen. Wenn es funktioniert, wird es langfristig eine gute Unterstützung sein.“
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Vorrangiger Zugang
Selenskyj sagte, Kyjiw habe die Frage mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron besprochen und strebe einen frühen Zugang zu dem System an, falls es sich als fähig erweist, ballistische Raketen abzufangen.
„Wenn wir mit den Franzosen Erfolg haben und ballistische Raketen abschießen können, dann wird dies die erste solche Alternative sein“, sagte Selenskyj.
„Wir haben vereinbart, dass die Ukraine an erster Stelle stehen wird. Denn sobald sie beginnen, ballistische Raketen abzuschießen, wird sich sofort eine Warteschlange bilden.“
Fortschrittliche Radartechnologie
Das System SAMP/T NG nähert sich der finalen Entwicklungsphase und umfasst mehrere wichtige Verbesserungen gegenüber früheren Versionen.
Eine bedeutende Neuerung ist die Einführung neuer Radare mit aktiv elektronisch gesteuerter Antenne (AESA). Die französische Version nutzt das von Thales entwickelte Ground Fire-Radar, während das italienische System auf das Kronos Grand Mobile HP-Radar von Leonardo setzt.
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Das Ground-Fire-Radar bietet eine vollständige 360-Grad-Abdeckung und kann Luftbedrohungen in Entfernungen von bis zu 400 Kilometern erkennen.
Fähigkeit zur Raketenabwehr
Das System wird die modernisierte Abfangrakete Aster 30 Block 1 NT einsetzen.
Laut den Entwicklern ist die Rakete darauf ausgelegt, Kurzstrecken-Ballistikraketen mit Reichweiten von bis zu 1.500 Kilometern abzufangen, ebenso wie Flugzeuge und andere Luftziele.
Unabhängig davon erklärte das italienische Rüstungsunternehmen Leonardo, dass es plant, bis Ende 2026 Teile seines künftigen integrierten Luft- und Raketenabwehrsystems Michelangelo in der Ukraine zu testen – im Vorfeld von NATO-Erprobungen, die für 2027 erwartet werden.
Quelle: UNITED24 Media