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Europäische Staats- und Regierungschefs lehnen Putins Friedensgesprächs-Trick zur Aufweichung von Sanktionen ab

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Europäische Nationen sollten sich laut jüngsten Äußerungen des norwegischen Außenministers Espen Barth Eide ganz auf die militärische und politische Unterstützung der Ukraine konzentrieren, anstatt zu versuchen, als neutrale Friedensstifter aufzutreten.

Während internationale Staats- und Regierungschefs über den künftigen Rahmen möglicher Friedensgespräche debattieren, drängen nordische und baltische Vertreter die Europäische Union, an ihrer harten Linie festzuhalten. Sie argumentieren, dass Versuche einer Vermittlung mit Moskau Europas Einfluss schwächen und letztlich dem Kreml zugutekommen würden, berichtet die Kyiv Post.

Ablehnung der Neutralität

Während eines informellen Treffens der Außenminister der Europäischen Union in Lemesos, Zypern, machte Norwegens Außenminister Espen Barth Eide die Position seines Landes deutlich. Er erklärte, die europäischen Nationen könnten die Ukraine nicht gleichzeitig bewaffnen und als unparteiischer Vermittler dienen.

Eide schlug vor, formelle Vermittlerrollen sollten stattdessen von internationalen Akteuren übernommen werden, die einen größeren Abstand zum aktiven Konflikt wahren könnten. Diese Perspektive unterstreiche einen wachsenden Konsens unter den engsten europäischen Verbündeten der Ukraine, wie The Telegraph berichtete.

„Europa kann in Verhandlungen zur Beendigung des Krieges nicht als Vermittler zwischen der Ukraine und Russland dienen, weil es auf der Seite der Ukraine steht“, erklärte Eide. Er fügte hinzu, Europa müsse zwar eine eigene Stimme in künftigen Diskussionen haben, solle aber nicht als direkter Vermittler auftreten.

Einfluss bewahren

Die neu ernannte EU-Außenpolitikchefin Kaja Kallas sprach eine ähnliche Warnung bezüglich potenzieller Verhandlungen mit Moskau aus. Kallas argumentierte, die Aufnahme eines direkten Dialogs mit Russland ohne klare interne Einigung berge die Gefahr einer Schwächung des europäischen Einflusses.

Laut Kallas müssten die EU-Länder ihre kollektiven roten Linien klar festlegen, bevor jegliche diplomatische Kontaktaufnahme beginne. Zu diesen nicht verhandelbaren Themen gehörten finanzielle Reparationen, die Rückführung entführter ukrainischer Kinder und der vollständige Abzug der russischen Streitkräfte.

Der estnische Außenminister Margus Tsahkna warnte die ukrainischen Medien zudem, Russland nutze möglicherweise die Aussicht auf Gespräche, um weiterem westlichen Druck zu entgehen. Er merkte an, es gebe eine schmerzliche Sache, vor der der russische Präsident Wladimir Putin Angst habe, nämlich strengere Sanktionen der EU.

Tsahkna warnte, wenn europäische Staats- und Regierungschefs in eine Vermittlerrolle abglitten, könnte die politische Dynamik, die zur Durchsetzung dieser strengen Wirtschaftsbeschränkungen erforderlich sei, schnell verblassen.

Diplomatische Gesandte

Die aktuelle Debatte kommt auf, während europäische Regierungen potenzielle hochrangige Gesandte für die künftige Kommunikation mit Moskau erwägen. Berichten zufolge hätten einige Beamte die frühere deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel oder den früheren italienischen Premierminister Mario Draghi für diese Rolle vorgeschlagen.

Unterdessen habe Putin den früheren deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder für künftige Gespräche vorgeschlagen. Europäische Minister hätten diese Option jedoch bereits aufgrund Schröders enger Verbindungen zu russischen staatlichen Energiekonzernen verworfen.

Norwegen, das ein enger Partner und kein EU-Mitglied ist, bekräftigte, dass seine Hauptverantwortung darin liege, „die Ukraine zu unterstützen, nicht als Vermittler aufzutreten“. Dies bestärkt eine breitere Strategie unter den nordischen und baltischen Nationen, Militärhilfe gegenüber formeller Vermittlung zu priorisieren.

Quellen: Kyiv Post, The Telegraph