Frankreichs Präsident hat in einer traditionellen Ansprache an die Streitkräfte seine Vision für die Sicherheit des Landes in einer sich rasch verändernden Welt dargelegt. Bei einer Rede auf einem Luftwaffenstützpunkt im Süden Frankreichs stellte Emmanuel Macron die kommenden Jahre als entscheidend für die nationale Verteidigung dar.
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Die Rede erfolgte vor dem Hintergrund wachsender internationaler Spannungen und einer erneuten Debatte über Europas militärische Einsatzbereitschaft.
Zentrale Rolle der Streitkräfte
Nach Angaben von Le Monde hielt Macron seine Neujahrsansprache an die Streitkräfte am Donnerstag auf dem Luftwaffenstützpunkt Istres im Département Bouches-du-Rhône. Er bezeichnete das Militär als essenziell für das Überleben des Landes und erklärte: „Unsere Streitkräfte sind unsere Lebensversicherung.“
Der Präsident warnte, dass „die Geschichte weder Unvorbereitetheit noch Schwäche verzeiht“, und forderte schnelleres und entschlosseneres Handeln in der Verteidigungsplanung. Frankreich müsse sich an das anpassen, was er eine „brutale Welt“ nannte.
„Um frei zu bleiben, muss man gefürchtet sein; um gefürchtet zu sein, muss man mächtig sein“, sagte Macron und fügte hinzu, dass Macht heute bedeute, „schneller und entschlossener zu handeln“.
Grönland und Europa
Macron kündigte an, dass die ersten nach Grönland entsandten französischen Soldaten „durch land-, luft- und seegestützte Mittel“ unterstützt würden. Er betonte, dass „die Europäer in diesem Gebiet eine besondere Verantwortung“ hätten.
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Ohne Washington direkt zu nennen, kritisierte er das, was er als „einen neuen Kolonialismus, der bei einigen am Werk ist“, bezeichnete – Äußerungen, die weithin als Anspielung auf die Vereinigten Staaten verstanden wurden.
Die Kommentare fallen in eine Phase erhöhter Spannungen um die strategische Rolle Grönlands und des wachsenden internationalen Interesses an der Arktis.
Vorstoß zur Wiederaufrüstung
Macron räumte Defizite im eigenen Land ein und sagte, Frankreich liege bei der Drohnenentwicklung hinter der Ukraine zurück. „Wenn wir im Krieg wären, hoffe ich sehr, dass wir nicht auf diese Weise produzieren würden“, warnte er und richtete sich damit sowohl an das Land als auch an die Rüstungsindustrie.
Um die Wiederaufrüstung zu beschleunigen, forderte er „einen zusätzlichen Kraftaufwand von 36 Milliarden Euro“, darunter „3,5 Milliarden Euro bereits ab 2026“, im Rahmen einer Aktualisierung des französischen Militärplanungsgesetzes.
Das Land müsse Anstrengungen unternehmen, die „unseren harten Zeiten angemessen sind“, sagte er.
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Quellen: Le Monde