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Geheimdienstbericht: Russland jagt seine eigenen Truppen nach einem Massaker an Zivilisten

russian soldiers
Dmitriy Kandinskiy / Shutterstock.com

„Fesselt sie, sobald ihr sie zu fassen bekommt“, sagt ein Offizier demnach in der Aufnahme.

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Die Kämpfe im Osten der Ukraine bringen weiterhin düstere Vorwürfe von beiden Seiten hervor.

Ein neuer Geheimdienstbericht des ukrainischen Militärgeheimdienstes (Hauptverwaltung für Aufklärung) soll zeigen, dass Teile der russischen Streitkräfte nach der Begehung offenkundiger Kriegsverbrechen auf der Flucht sind.

Die Hauptverwaltung erklärte, sie habe Beweise für eine weitere Tötung von Zivilisten durch russische Truppen erlangt. Nach Angaben der Behörde stammt das Material aus einem abgefangenen Telefongespräch, an dem russische Soldaten beteiligt waren, die nahe Pokrowsk im Einsatz waren.

Die Informationen konnten nicht unabhängig verifiziert werden.

Was der Geheimdienstbericht angeblich zeigt

Der Nachrichtendienst berichtete, dass zwei russische Soldaten auf Anwohner geschossen und anschließend ihre Stellungen verlassen hätten.

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Der Vorfall wurde demnach von einem Offizier der russischen 30. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade der 3. Armee besprochen, dessen Stimme in der von der ukrainischen Militäraufklärung veröffentlichten Aufnahme zu hören ist.

Vertreter in Kyjiw erklärten, das Gespräch sei während andauernder Kämpfe in dem Gebiet abgefangen und später von Militärexperten ausgewertet worden.

Warnung in der Leitung

In der Aufnahme warnt der Offizier einen anderen Soldaten davor, dass sich die beiden Soldaten durch nahegelegene Stellungen bewegen könnten. Er fordert sofortiges Handeln, falls sie gesichtet werden.

„Passt auf, da sind zwei neue Typen, sie könnten in euren Bereich kommen. Wenn ihr sie seht, nehmt sie sofort fest. Fesselt sie, sobald ihr sie zu fassen bekommt“, soll der Offizier in der Aufnahme sagen.

Der ukrainische Geheimdienst erklärte, die Wortwahl deute darauf hin, dass die Männer nach der Tötung von Zivilisten geflohen seien und von ihren eigenen Kommandeuren als Bedrohung angesehen würden.

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Angeblich breiteres Muster

Die Hauptverwaltung für Aufklärung teilte mit, das Telefonat stütze ihre Einschätzung, wonach russische Truppen systematisch Zivilisten töten und außergerichtliche Maßnahmen gegen eigene Soldaten durchführen.

„Die Hauptverwaltung für Aufklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums erinnert daran, dass jedes gegen das ukrainische Volk begangene Kriegsverbrechen mit gerechter Vergeltung beantwortet wird“, erklärte die Behörde in einer Stellungnahme.

Zuvor hatte die Direktion weitere abgefangene Gespräche veröffentlicht, die nach ihren Angaben Befehle zur Tötung von Zivilisten nahe Pokrowsk enthielten. Ähnliche Taten seien auch während der Kämpfe um die Stadt thematisiert worden.

Moral unter Druck

Der ukrainische Geheimdienst brachte den Vorfall zudem mit umfassenderen Problemen innerhalb russischer Einheiten in Verbindung. An der Front eingesetzte Kräfte litten demnach unter moralischer Erschöpfung infolge wiederholter ukrainischer Angriffe, gescheiterter Offensiven und hoher Verluste.

Nach Angaben der Behörde hätten einige Soldaten begonnen, zu Drogen zu greifen, um den Stress des langanhaltenden Kampfeinsatzes zu bewältigen.

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Quellen: Hauptverwaltung für Aufklärung der Ukraine, Verteidigungsministerium der Ukraine, RBC-Ukraine