Steigende Raten von Fettleibigkeit bei Kindern und der zunehmende Druck auf das öffentliche Gesundheitssystem haben die britischen Behörden dazu veranlasst, die Vermarktung von Lebensmitteln an junge Zielgruppen erneut zu überprüfen. Nach Angaben von Regierungsvertretern werden langfristige Ernährungsgewohnheiten zu früh geprägt – mit dauerhaften Folgen für die Gesundheit und die öffentlichen Ausgaben.
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Die Maßnahme folgt jahrelangen Debatten und Verhandlungen mit der Lebensmittelindustrie, ausgelöst durch die Sorge, dass Werbung eine entscheidende Rolle bei der Lebensmittelauswahl von Kindern spielt.
Wachsende gesundheitliche Belastung
Nach Angaben von Digi24.ro unter Berufung auf Berichte der Nachrichtenagentur EFE ist im Vereinigten Königreich etwa eines von zehn Kindern im Alter von vier bis fünf Jahren von Fettleibigkeit betroffen.
Die Regierung schätzt, dass die Behandlung von adipositasbedingten Erkrankungen das öffentliche Gesundheitssystem jährlich mehr als 11 Milliarden Pfund kostet.
Regierungsvertreter argumentieren, dass eine Begrenzung der Werbung für ungesunde Lebensmittel die Kalorienaufnahme von Kindern deutlich senken könnte.
Regierungsmodelle gehen davon aus, dass solche Maßnahmen den Konsum um mehr als sieben Milliarden Kalorien pro Jahr reduzieren könnten.
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Den gleichen Schätzungen zufolge könnte die Vermeidung eines übermäßigen Konsums in jungen Jahren rund 20.000 Fälle von Fettleibigkeit bei Minderjährigen verhindern und langfristig etwa 2 Milliarden Pfund an Gesundheitskosten einsparen.
Welche Produkte betroffen sind
Die Gesetzgebung konzentriert sich auf Lebensmittel, die aufgrund eines hohen Gehalts an Zucker, Salz oder gesättigten Fettsäuren als ungesund gelten. Die Behörden haben 13 Kategorien identifiziert, die unter die Regelungen fallen.
Dazu zählen Produkte, die häufig mit mangelhafter Ernährung in Verbindung gebracht werden, etwa kohlensäurehaltige Getränke, Schokolade, Kekse, industriell hergestellte Kuchen, Eiscreme und bestimmte Frühstücksflocken. Auch breitere Kategorien wie Pizza, Sandwiches und Fertiggerichte sind eingeschlossen, sofern sie mindestens zwei ernährungsbezogene Risikokriterien erfüllen.
Die Regierung betonte, dass sich die Maßnahme nicht gegen einzelne Marken richtet. Stattdessen soll sie Hersteller dazu anregen, Rezepturen zu überarbeiten und schädliche Inhaltsstoffe zu reduzieren.
Werbebeschränkungen erklärt
Die Werbeeinschränkungen gelten für die wichtigsten Medienplattformen. Wie Digi24.ro berichtet, sind Fernseh- und Radiowerbespots für betroffene Produkte künftig zwischen 5.30 Uhr und 21.00 Uhr nicht mehr erlaubt.
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Für digitale Werbung gelten strengere Auflagen. Die Werbung für diese Lebensmittel wird in sozialen Netzwerken ganztägig vollständig verboten, was die Sorge über die Online-Exposition von Kindern widerspiegelt.
Außenwerbung bleibt weiterhin zulässig. Plakate und Anzeigen dürfen nach wie vor an öffentlichen Orten wie Bushaltestellen, auf Werbetafeln und in Schaufenstern erscheinen.
Quellen: Digi24.ro, EFE