ICE bereitet umstrittene Aufrüstung vor: Beamte könnten Elektroschock-Handschuhe erhalten.
Donald Trumps verschärfte Einwanderungspolitik könnte Bundesbeamte bald mit einem neuen Werkzeug ausstatten, das bei Begegnungen mit der Öffentlichkeit Elektroschocks abgeben kann.
Laut Reuters bereitet sich die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (U.S. Immigration and Customs Enforcement, ICE) darauf vor, bis zu 20 Millionen US-Dollar für spezielle Handschuhe auszugeben, die darauf ausgelegt sind, die Reaktionsfähigkeit einer Person vorübergehend zu beeinträchtigen. Dies geht aus einer Beschaffungsmitteilung des Ministeriums für Innere Sicherheit (Department of Homeland Security, DHS) hervor.
Die Pläne für diese Ausrüstung ziehen bereits Kritik von Bürgerrechtsvertretern auf sich und führen zu einer weiteren Auseinandersetzung über die von ICE verwendeten Methoden, während die Regierung ihre Kampagne zur Durchsetzung der Einwanderungsgesetze vorantreibt.
Elektroschockabgabe über einen Handschuh
Laut der DHS-Mitteilung beabsichtigt ICE, Geräte zu erwerben, die als CTG-5 Generated Low Output Voltage Emitter-Einheiten bekannt sind.
Bundesbeamte beschreiben die Ausrüstung als „leitfähiges Ablenkungs- und Deeskalationsgerät“ (Conductive Distraction and De-escalation Device). Mitarbeiter der Homeland Security Investigations (HSI) und Enforcement and Removal Operations (ERO) sollen die Handschuhe für den Einsatz im Außendienst erhalten.
Anstatt sich auf ein herkömmliches Handgerät zu verlassen, ermöglicht die Technologie einem Beamten, der die Ausrüstung trägt, eine elektrische Ladung über den Handschuh abzugeben.
Das DHS gibt an, dass ICE-Personal in Deeskalation geschult wird und fortlaufende Anweisungen zum Einsatz von Gewalt erhält.
„Jede Entscheidung wird sorgfältig abgewogen und angemessen überprüft, um sicherzustellen, dass jede von ICE genutzte Technologie mit allen geltenden Richtlinien und Standards der Strafverfolgungsbehörden übereinstimmt“, sagte ein DHS-Sprecher.
Bürgerrechtsgruppe schlägt Alarm
Die Nachricht von der geplanten Anschaffung hat umgehend eine Warnung von der American Civil Liberties Union (ACLU) ausgelöst.
Die Bedenken konzentrieren sich teilweise auf die unauffällige Art der Ausrüstung und die potenzielle Schwierigkeit festzustellen, wann bei einer Begegnung elektrische Gewalt angewendet wurde.
Die ACLU bezeichnete die Ausstattung von Einwanderungsbeamten mit „einem verborgenen Mittel zur Zufügung schrecklicher Schmerzen“ als „ein Rezept für mehr Schaden für die Öffentlichkeit und weniger Rechenschaftspflicht“.
Diese Kritik kommt vor dem Hintergrund einer wesentlich breiteren Debatte über das Vorgehen von ICE während Trumps zweiter Amtszeit.
Tödliche Schießereien, an denen ICE-Beamte und zwei US-Bürger in Minnesota Anfang dieses Jahres beteiligt waren, trugen zu landesweiten Protesten bei, während Menschenrechtsorganisationen auch Bedenken hinsichtlich der Bedingungen in Einwanderungshaftanstalten geäußert haben.
Mehr als 50 Menschen sind in ICE-Gewahrsam in den Vereinigten Staaten gestorben, seit Trump im Januar 2025 wieder ins Amt zurückgekehrt ist, so die Zahlen der Einwanderungsbehörde selbst.
Trump hat die umfassendere Einwanderungsoperation als notwendig verteidigt, um die innere Sicherheit zu stärken.
Bürgerrechtsorganisationen haben eine scharf abweichende Einschätzung abgegeben und der Regierung vorgeworfen, während ihrer Durchsetzungskampagne die Rechtsstaatlichkeit und den Schutz der freien Meinungsäußerung zu untergraben. Minderheitengemeinschaften haben ebenfalls Bedenken hinsichtlich rassistischer Profilerstellung geäußert.
Vor diesem Hintergrund dürfte eine potenzielle Investition von 20 Millionen US-Dollar in Elektroschock-Handschuhe die Aufmerksamkeit weiter darauf lenken, wie ICE-Beamte ausgerüstet sind und wie Gewalt bei Einwanderungsoperationen angewendet wird.