Mehrere westliche Staatschefs haben das Video verurteilt.
Eine chaotische Abfangaktion Israels im Mittelmeer hat weltweit massive Empörung über die Behandlung der an Bord befindlichen Personen ausgelöst.
Nach Angaben der BBC und von Reuters fingen bewaffnete Marinekommandos die Global-Sumud-Flottille in internationalen Gewässern ab. Über fünfzig Boote waren auf dem Weg nach Gaza und mit Lebensmitteln sowie medizinischer Hilfe beladen.
Doch die humanitäre Mission entwickelte sich in dem Moment, als die Teilnehmer an Land gingen, schnell zu einer angespannten Haftsituation.
Der eigentliche diplomatische Flächenbrand brach aus, nachdem ein rechtsextremer Regierungsminister ein Video veröffentlichte. Der Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, teilte Aufnahmen von sich selbst, die ihn beim Besuch einer Hafteinrichtung in Aschdod zeigten.
Der Clip zeigte, wie er gefesselte, auf dem Boden kniende Aktivisten verspottete.
Mit einer riesigen Flagge wedelnd verspottete Ben-Gvir die gefangene Gruppe. „Willkommen in Israel. Wir sind die Herren“, sagte er ihnen auf Hebräisch. Dann jubelte er, als Wachen eine protestierende Aktivistin zu Boden stießen.
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Vorwürfe des Missbrauchs
Menschenrechtsanwälte verurteilten die Sicherheitskräfte umgehend. Eine Rechtsgruppe namens Adalah berichtete, dass Häftlinge weitverbreiteter körperlicher Misshandlung ausgesetzt gewesen seien. Sie erklärte, mehrere Teilnehmer hätten eine Krankenhausbehandlung benötigt.
Laut Reuters dokumentierten Anwälte Dutzende Aktivisten mit mutmaßlichen Rippenbrüchen. Ihre Erklärung wies auch auf den häufigen Einsatz von Tasern und Gummigeschossen während des Marineeinsatzes hin. Aktivisten seien schwerer Erniedrigung und Demütigung ausgesetzt gewesen.
Bis Mittwoch hatte das Video einen erbitterten innenpolitischen Streit ausgelöst. Die Reaktion erfolgte umgehend.
Premierminister Benjamin Netanjahu sprach seinem eigenen Kabinettsmitglied eine scharfe öffentliche Rüge aus und erklärte, Ben-Gvirs Handlungen stünden „nicht im Einklang mit Israels Werten“.
Massive internationale Empörung
Verbündete auf der ganzen Welt reagierten mit umgehender Verurteilung.
Die britische Außenministerin Yvette Cooper nannte die Aufnahmen „völlig beschämende Szenen“ und bestellte den israelischen Botschafter umgehend ein.
Die Empörung verbreitete sich schnell in westlichen Hauptstädten. Der kanadische Premierminister Mark Carney bezeichnete die Behandlung der Häftlinge auf X als „abscheulich“. Unterdessen verurteilte der Botschafter der Vereinigten Staaten, Mike Huckabee, das Verhalten des Ministers als „verabscheuungswürdig“.
Australische, französische und italienische Beamte bestellten ebenfalls die israelischen Botschafter in ihren jeweiligen Ländern ein, um Antworten zu fordern. Diese intensiven diplomatischen Verwerfungen kommen zu einem sensiblen Zeitpunkt. Hilfsorganisationen warnen weiterhin, dass die humanitäre Lage für Millionen Vertriebener weiterhin katastrophal sei.
Quellen: Reuters, BBC
