Startseite Nachrichten Kann Radfahren die sexuelle leistungsfähigkeit von männern beeinflussen?

Kann Radfahren die sexuelle leistungsfähigkeit von männern beeinflussen?

Professional,Cyclist,David,De,La,Cruz,205,Of,Team,Q36.5
Michael Derrer Fuchs / Shutterstock.com

Während der Pandemie griffen viele Menschen zu Heimtrainern, um aktiv zu bleiben. Für manche Männer brachte die Zeit im Sattel jedoch unerwartete Empfindungen mit sich, die rasch Sorgen um die Prostatagesundheit und die sexuelle Funktion auslösten.

Gerade lesen andere

Diese Sorgen seien weit verbreitet, sagen Ärzte, doch die wissenschaftlichen Hintergründe würden oft missverstanden.

Beunruhigende Empfindungen

Laut CNN beginnt die Sorge häufig mit Druck oder Unbehagen, das nach dem Radfahren tief im Becken verspürt wird. Da die Prostata in der Nähe des Damms liegt, nehmen viele Männer an, die Drüse selbst werde gereizt oder geschädigt.

Urologen betonen jedoch, dass dieses Gefühl meist nicht von der Prostata ausgeht. Stattdessen können Druck, verspannte Muskeln oder langes Sitzen Beschwerden verursachen, die beunruhigend wirken, aber in der Regel harmlos sind.

Die Angst kann sich rasch steigern und führt dazu, dass manche Radfahrer das Training ganz aufgeben.

Was Druck bewirkt

Beim Radfahren lastet das Körpergewicht auf dem Damm, einem Bereich, in dem Nerven, Blutgefäße und Beckenbodenmuskeln nahe an der Oberfläche verlaufen. Diese Strukturen reagieren empfindlich auf Druck.

Lesen Sie auch

Ein schmaler oder schlecht angepasster Sattel kann den Druck bündeln und Brennen, Taubheitsgefühle oder ein Gefühl wie bei einer Prellung verursachen. CNN berichtete, dass diese Reizung das Gewebe um die Prostata betrifft, nicht jedoch die Drüse selbst.

Die American Urological Association weist darauf hin, dass anhaltender Druck auf den Damm ein bekannter Auslöser für Beckenschmerzen ist, jedoch nicht für echte Prostataverletzungen.

Mythen rund um die Prostata

Prostatitis wird häufig missverstanden. Eine schwere bakterielle Prostatitis, die Fieber und eine akute Erkrankung verursacht, ist selten. Weitaus häufiger leiden Männer unter Beckenschmerzen ohne Infektion.

Ärzte erklären, dass diese Symptome oft mit Muskelverspannungen, erhöhter Nervenempfindlichkeit, Stress oder langem Sitzen zusammenhängen. Radfahren kann diese Probleme verschärfen, insbesondere bei Einsteigern oder bei längeren Sitzphasen.

Die Beschwerden können einer Prostataentzündung ähneln, selbst wenn Untersuchungen zeigen, dass die Drüse unauffällig ist.

Lesen Sie auch

Erektionen und Bewegung

Ängste vor erektiler Dysfunktion treten häufig nach Taubheitsgefühlen nach dem Fahren auf. Frühe Studien legten nahe, dass Radfahren den Blutfluss im Penis verringern könnte, doch neuere Forschungsergebnisse stützen kein langfristiges Risiko.

Im Gegenteil: Regelmäßiges Radfahren kann die Herz-Kreislauf-Gesundheit verbessern, was die Erektionsfähigkeit unterstützt.

Erkrankungen wie Diabetes, Herzleiden, Rauchen und Bewegungsmangel sind deutlich häufigere Ursachen für Erektionsprobleme als das Radfahren.

Vorübergehendes Kribbeln verschwindet meist, sobald der Druck nachlässt.

Klüger fahren

Die meisten radbedingten Beschwerden lassen sich durch einfache Anpassungen lindern. Sättel mit Aussparungen, eine bessere Sitzhöhe, regelmäßiges Aufstehen während der Fahrt und eine schrittweise Steigerung der Fahrdauer können den Druck reduzieren.

Lesen Sie auch

Beckenboden-Physiotherapie kann helfen, wenn die Symptome anhalten. Ärzte raten zu einer Abklärung bei Taubheit oder Schmerzen, die mehrere Tage anhalten, betonen jedoch, dass Panik in den meisten Fällen unbegründet ist.

Ein besseres Verständnis dafür, wie sich der Körper an den Sattel anpasst, kann das Radfahren sicher und angenehm halten.

Quellen: CNN