Dem Beamten zufolge seien bevorstehende NATO-Manöver tatsächlich eine Übung zur Einnahme Kaliningrads.
Die Spannungen rund um die Ostsee steigen, da russische Beamte der NATO vorwerfen, offensive Szenarien nahe ihrer Grenzen zu proben. Die Behauptungen erfolgen inmitten laufender Militärübungen und einer verschärften Rhetorik zwischen Moskau und dem Bündnis.
Russlands stellvertretender Außenminister hat auf spezifische Manöver hingewiesen, die seiner Aussage nach eine wachsende Konfrontation in Nordeuropa signalisieren.
In einem Interview mit RIA Novosti erklärte der stellvertretende Außenminister Alexander Gruschko, die NATO führe Übungen durch, die eine Blockade und die mögliche Einnahme der russischen Region Kaliningrad simulieren.
„Bei Übungen unter der Schirmherrschaft der Joint Expeditionary Force (JEF) werden Szenarien wie eine Seeblockade und die Einnahme der Region Kaliningrad geübt“, sagte er.
Widersprüchliche Behauptungen
Er behauptete ferner, dass die im Januar 2025 gestartete NATO-Operation „Baltic Sentinel“ darauf abziele, wichtige Transportwege zu kontrollieren und den russischen Handel einzuschränken.
„Die NATO verfolgt in diesem Teil Europas bewusst einen Weg der zunehmenden Konfrontation“, erklärte Gruschko.
Die NATO hat auf die Vorwürfe nicht öffentlich reagiert, obwohl ähnliche Behauptungen von dem Diplomaten Ende 2025 gemacht wurden.
Militärische Fähigkeiten
Laut Kyiv Post haben westliche Beamte die Wahrscheinlichkeit eines unmittelbaren Vorgehens gegen Kaliningrad heruntergespielt, aber die Anfälligkeit der Region anerkannt, falls der Konflikt eskaliert.
Generalleutnant Christopher Donahue erklärte 2025, NATO-Kräfte könnten das Gebiet bei Bedarf schnell unter Kontrolle bringen.
„Wir könnten das Gebiet vom Boden aus in einem unerhörten Zeitrahmen einnehmen – schneller, als wir es je zuvor geschafft haben“, sagte er.
Regionaler Brennpunkt
Die JEF, unter Führung des Vereinigten Königreichs und bestehend aus 10 nordeuropäischen Nationen, wurde 2015 gegründet, um schnell auf Krisen zu reagieren, insbesondere in der Ostsee- und Arktisregion.
Kaliningrad, eine russische Exklave zwischen Polen und Litauen, ist stark militarisiert und wird weithin als potenzieller Konfliktpunkt zwischen Russland und der NATO angesehen.
Gruschko warnte auch, dass die Marineaktivitäten der NATO, einschließlich Minenabwehreinheiten, den Schiffsverkehr und die wirtschaftliche Stabilität in der Region stören könnten.
Anhaltende Spannungen
Jährliche NATO-Manöver in der Ostsee, bekannt als BALTOPS, dehnen sich weiter aus und umfassen Tausende von Soldaten und Dutzende von Militäreinheiten.
Westliche Geheimdienste haben gleichzeitig gewarnt, dass Russland die Entschlossenheit der NATO innerhalb des nächsten Jahrzehnts auf die Probe stellen könnte, wobei möglicherweise die baltischen Staaten oder nahegelegene Gebiete ins Visier genommen werden.
Quellen: Reuters, RIA Novosti, NATO