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Kyjiw friert, während abgeordnete erklärt, Russland habe kein Interesse am frieden

Ukraine Soliders
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Behauptungen, Moskau sei an Frieden interessiert, halten einer genaueren Prüfung nicht mehr stand.

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Eine ukrainische Abgeordnete argumentiert und verweist auf Russlands anhaltende Angriffe auf Zivilisten und Energieinfrastruktur als Beleg dafür, dass Verhandlungsrhetorik Eskalation verschleiert statt Kompromissbereitschaft zu zeigen.

Kein Vertrauen in Gespräche

In einem Beitrag für The Express schreibt Inna Sovsun, Mitglied des ukrainischen Parlaments, Russland betrachte Diplomatie als taktisches Instrument und nicht als Weg zu einer Einigung. Wiederholte Angriffe auf zivile Infrastruktur zeigten laut Sovsun, dass Moskau keine Bereitschaft zu Verhandlungen signalisiere, sondern teste, ob gebrochene Zusagen eine ernsthafte Reaktion des Westens auslösen.

Sie argumentiert, dass Russland nach Jahren des Krieges keine entscheidenden Erfolge auf dem Schlachtfeld erzielt habe und stattdessen versuche, die Ukraine unter Druck zu setzen, indem es das zivile Leben unerträglich mache.

Krieg gegen den Alltag

Zur Veranschaulichung dieser Strategie verweist Sovsun auf die Lage in Kyjiw. Bei Temperaturen von bis zu minus 25 Grad Celsius seien die Bewohner mit Stromausfällen von bis zu 20 Stunden täglich konfrontiert. Fällt der Strom aus, brechen häufig auch Heizung und Wasserversorgung zusammen, da viele Systeme auf Pumpen und Heizstationen angewiesen sind.

Selbst wenn der Strom kurzzeitig zurückkehrt, erwärmen sich Wohnungen oft nicht ausreichend, bevor der nächste Ausfall beginnt. In Hochhäusern funktionieren Aufzüge nicht mehr, sodass Bewohner zahlreiche Treppen steigen müssen – eine besondere Belastung für ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Familien mit kleinen Kindern.

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Gezielte Erschöpfung

Nach Einschätzung Sovsuns zerstört die Unvorhersehbarkeit der Ausfälle Routinen und Stabilität. Strom kann nachts oder während der Arbeitszeit zurückkehren, wodurch Haushalte ihre grundlegenden Tätigkeiten ständig an wechselnde Zeitpläne anpassen müssen.

Diese permanente Unsicherheit zermürbe die Menschen psychisch und physisch und zwinge die Gesellschaft in einen reinen Überlebensmodus. In einigen Regionen hätten wochenlange Ausfälle von Heizung oder Wasser das Risiko lokaler humanitärer Krisen erhöht, da die Kälte anhalte.

Das System zusammenhalten

Sovsun würdigt die Arbeit ukrainischer Energiebeschäftigter, die beschädigte Infrastruktur immer wieder reparieren, oft unter der Gefahr erneuter Angriffe. Gemeinschaftsinitiativen und sogenannte „Punkte der Widerstandsfähigkeit“ ermöglichen es den Menschen, sich aufzuwärmen, Geräte aufzuladen und das Internet zu nutzen, während Unternehmen und Nachbarn praktische Hilfe organisieren.

Gleichzeitig betont sie, dass Anpassung keinen Ersatz für Schutz darstellt.

Druck statt Pausen

Die Abgeordnete argumentiert, dass der physische Schutz von Energieanlagen langsam und kostspielig sei, während Luftverteidigungssysteme und eine verlässliche Lieferung von Abfangraketen die einzige dauerhafte Lösung darstellten, da sie Angriffe stoppen, bevor sie ihr Ziel erreichen.

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Für westliche Politiker, darunter auch Donald Trump, müsse die Schlussfolgerung klar sein, so Sovsun: Druck wirkt, Pausen nicht. Sanktionen, deren konsequente Durchsetzung und stärkere militärische Unterstützung seien ihrer Ansicht nach der einzige Weg zu einer echten Lösung. Die Verteidigung der Ukraine sei untrennbar mit der Sicherheit Europas verbunden.

Quellen: The Express