Gerüchten zufolge wird Russland am 1. April ein vollständiges Verbot von Telegram verhängen.
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Die Ungewissheit über die Zukunft von Telegram in Russland wächst, da Beamte mögliche Einschränkungen andeuten, während Nutzer von weit verbreiteten Störungen berichten, wie The Moscow Times berichtet.
Die Situation hat Bedenken hinsichtlich des Zugangs zu einer der beliebtesten Messaging-Plattformen des Landes geweckt, wobei sich die Anzeichen für technischen und regulatorischen Druck mehren.
Zunehmender Druck
Oleg Matweitschew, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses der Staatsduma für Informationspolitik, sagte, dass Telegram bald den Betrieb in Russland einstellen könnte, wenn es die gesetzlichen Anforderungen nicht erfülle.
Gegenüber Gazeta.Ru deutete er an, dass es keine klaren Anzeichen dafür gebe, dass das Unternehmen seine Aktivitäten nach Russland verlagere. Er verglich die Plattform mit einem „illegalen Migranten“, der „abgeschoben werden muss“, und deutete an, dass die Behörden möglicherweise entscheidende Maßnahmen ergreifen werden, wenn die Compliance-Probleme anhalten.
Zuvor hatten von RBC zitierte Quellen berichtet, dass eine vollständige Sperrung von Telegram in Russland bereits am 1. April eingeführt werden könnte.
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Weit verbreitete Störungen
Gleichzeitig haben Nutzer in ganz Russland von erheblichen Dienstausfällen berichtet. Laut dem Überwachungsdienst Sboy.rf wurden zwischen dem 14. und 15. März mehr als 18.000 Beschwerden registriert.
Viele Nutzer geben an, dass sie keine Nachrichten senden oder Medien hochladen können. Die höchste Anzahl an Meldungen kam aus Moskau, St. Petersburg und den umliegenden Regionen.
Wladislaw Woitenko, Autor der Publikation „Durows Code“, sagte gegenüber Kommersant FM, dass der Zugang extrem eingeschränkt sei. „In den letzten 24 Stunden war Telegram von Heimanbietern aus praktisch nicht erreichbar, wenn wir über Verbindungen von russischen IP-Adressen sprechen. <…> Man kann vergessen, Telegram über mobiles Internet zu nutzen“, sagte er.
Abnehmender Zugriff
Experten vermuten, dass die Störung nicht global, sondern spezifisch für Russland ist. Michail Klimarew, Leiter der Internet Protection Society, sagte: „Die Verfügbarkeit von Telegram [in Russland] ist zwischen gestern und heute auf 80 % gesunken.“
Er fügte hinzu, dass ähnliche Probleme in anderen Ländern nicht beobachtet wurden, was eher auf ein lokales Problem als auf einen weltweiten Ausfall hindeutet.
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Woitenko merkte auch an, dass in Regionen, in denen der Internetzugang durch „Whitelisting“ eingeschränkt ist, die meisten VPN-Dienste unwirksam sind, um den Zugang zu Telegram wiederherzustellen.
Da sowohl technische Ausfälle als auch regulatorische Drohungen zusammenkommen, erscheint die Zukunft von Telegram in Russland zunehmend ungewiss.
Fördert staatliche Messenger-App
Im März 2025 startete der Kreml die staatliche Messenger-App Max als Alternative zu beliebten Kommunikationsdiensten wie Telegram und WhatsApp.
Im September 2025 wurde vorgeschrieben, dass alle neuen elektronischen Geräte die App vorinstalliert haben müssen.
Seit Anfang 2026 hat der Kreml seine Kontrolle über ausländische Messenger-Apps verschärft, einschließlich eines Versuchs, WhatsApp vom russischen Markt zu verdrängen.
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Quellen: Gazeta.Ru, Kommersant FM, RBC, Sboy.rf, The Moscow Times