Eine amerikanische Kinderbuchautorin, die nach dem Tod ihres Mannes eine Geschichte über Trauer veröffentlichte, ist wegen Mordes an ihm zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Die Urteilsverkündung erfolgte am Mittwoch in Park City, Utah, nachdem eine Jury die 36-jährige Kouri Richins Anfang des Jahres wegen der Vergiftung ihres Ehemannes mit Fentanyl verurteilt hatte, berichtet Dr. News.
Tödliche Vergiftung
Laut dem Salt Lake City Tribune entschied Richter Richard Mrazik, dass Richins eine zu große Gefahr darstelle, um jemals freigelassen zu werden.
Die Staatsanwaltschaft erklärte, Richins habe ihren Ehemann, Eric Richins, im Jahr 2022 getötet, indem sie ihm ein Getränk verabreicht habe, das eine Fentanyl-Dosis enthielt, die fünfmal höher als die tödliche Menge gewesen sei.
Gerichtsdokumente, die von amerikanischen Medien zitiert wurden, besagten, sie habe Wochen zuvor auch versucht, ihn zu vergiften, indem sie Fentanyl in ein Sandwich gegeben habe. Er sei schwer erkrankt, habe diesen Vorfall aber überlebt.
Fentanyl ist ein synthetisches Opioid, das deutlich stärker als Morphin ist und in den Vereinigten Staaten häufig mit tödlichen Überdosen in Verbindung gebracht wird.
Finanzielles Motiv
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft habe der Tod von Eric Richins seiner Frau ermöglicht, rund vier Millionen Dollar aus seinem Nachlass zu erben. Die Behörden erklärten zudem, sie habe heimlich Lebensversicherungen auf ihn abgeschlossen und später weitere zwei Millionen Dollar an Auszahlungen kassiert.
Richins hatte sich öffentlich über ihre Trauer nach dem Tod ihres Mannes geäußert und das Kinderbuch „Are You With Me?“ veröffentlicht, das sie nach eigenen Angaben geschrieben hatte, um ihren drei Söhnen bei der emotionalen Bewältigung zu helfen.
Während des gesamten Verfahrens bestritt Richins, ihren Ehemann ermordet zu haben.
Emotionale Aussage
Während der Anhörung am Mittwoch wandte sich Richins vor Gericht an ihre Kinder.
„Ich bin am Boden zerstört. Zerstört ohne euren Vater. Zerstört ohne euch Jungs“, sagte sie laut der Tribune.
Sie gab auch zu, dass sowohl sie als auch ihr Ehemann während ihrer Ehe untreu gewesen seien.
„Geheimnisse zerstören das Selbstwertgefühl. Ich habe mich in jemanden verliebt, der nicht euer Vater war. Euer Vater hat sich in jemanden verliebt, der nicht ich war“, sagte sie.
Aussagen ihrer Kinder wurden ebenfalls über Psychologen vor Gericht präsentiert. Laut US-Medien sagte ein Sohn, er würde sich nicht sicher fühlen, wenn seine Mutter freigelassen würde, während ein anderer sie als häufig betrunken beschrieb.
„Ich vermisse meinen Vater, aber ich vermisse nicht, wie mein Leben früher war“, sagte der Junge.
Quellen: DR News, Salt Lake City Tribune, AP