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Mailand fordert Dubai als Zentrum für globalen Reichtum heraus

A lively bustling scene at the historic Galleria Vittorio Emanuele II in Milan, Italy. Crowd of tourists walking by a Gucci store.
Cristi Croitoru / Shutterstock.com

Die Immobilienpreise in Mailand sind in den vergangenen fünf Jahren um etwa 38 Prozent gestiegen. Das ist ein deutlicher Anstieg. Der Boom verdeutlicht eine Verschiebung bei der Frage, wo sich viele vermögende Personen niederlassen, wobei Teile Europas wieder an Bedeutung gewinnen.

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Laut The Guardian erreichten die Durchschnittspreise in Mailand bis Ende 2025 5.171 Euro pro Quadratmeter, womit die Stadt die teuerste in Italien ist.

Makler berichten, dass sich das Käuferprofil verändert. Ausländische Käufer sind nicht länger nur gelegentliche Investoren, sondern ziehen zunehmend dauerhaft in die Stadt.

Diletta Giorgolo von Sotheby’s Realty erklärte, dass sich die Nachfrage nun auf einen dauerhaften Wohnsitz statt auf Zweitwohnsitze konzentriert, was ein stärkeres Engagement internationaler Käufer widerspiegelt.

Diese wachsende Nachfrage verknappt das Angebot in zentralen Stadtteilen und erhöht den Druck auf die Bezahlbarkeit von Wohnraum für die lokale Bevölkerung.

Veränderung der Steuerpolitik

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Ein Großteil dieser Entwicklung wird durch die Steuerpolitik getrieben. Italien erlaubt neuen ausländischen Einwohnern, eine pauschale jährliche Steuer von 300.000 Euro auf im Ausland erzielte Einkünfte zu zahlen – ein System, das darauf abzielt, vermögende Privatpersonen anzuziehen.

Die britische Zeitung berichtet, dass das Interesse stark zunahm, nachdem das Vereinigte Königreich seine Non-Dom-Regelung abgeschafft hatte, was die Attraktivität Londons verringerte. Auch andere europäische Länder, darunter Portugal, haben ähnliche Regelungen verschärft, wodurch Italien vergleichsweise attraktiver wird.

Marc Acheson von Utmost Wealth Solutions erklärte, dass die Einfachheit des italienischen Systems ein entscheidender Vorteil sei, insbesondere angesichts des etablierten Finanzsektors in Mailand.

Die Politik ist nicht ohne Kritik geblieben. Der ehemalige französische Premierminister François Bayrou warf Italien „Steuerdumping“ vor, ein Vorwurf, den italienische Behörden zurückweisen.

Dubai bleibt weiterhin stark

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Dubai bietet weiterhin keine Einkommensteuer und verfügt über eine gut entwickelte Luxuswirtschaft, was die Stadt weiterhin zu einem wichtigen Ziel für globales Kapital macht.

Jüngste Spannungen in der Golfregion, einschließlich iranischer Angriffe, haben jedoch einige Bewohner dazu veranlasst, ihre langfristigen Pläne zu überdenken.

Armand Arton, ein Berater für Standortverlagerungen, sagte dem Guardian, dass Kunden zunehmend europäische Optionen in Betracht ziehen und dabei finanzielle Anreize gegen Lebensstil und geografische Nähe abwägen.

Doch Steuern sind nur ein Teil der Gleichung. Dubais Konnektivität, Geschäftsumfeld und etablierte Netzwerke bleiben für viele weiterhin äußerst attraktiv.

Derzeit deutet der Aufstieg Mailands auf eine breitere Neuverteilung hin, bei der vermögende Personen ihre Vermögenswerte und Wohnsitze auf mehrere globale Zentren verteilen, anstatt sich auf einen einzigen Standort zu verlassen.

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Quelle: The Guardian