Startseite Nachrichten NASA annulliert „Mann auf dem Mond“-Plan: Astronauten verbleiben im Erdorbit

NASA annulliert „Mann auf dem Mond“-Plan: Astronauten verbleiben im Erdorbit

NASA Artemis II
NASA Headquarters / NASA/Bill Ingalls, Public domain, via Wikimedia Commons

Die Weltraumforschung erfordert enormen Ehrgeiz.

Wenn Milliarden von Dollar und Menschenleben auf dem Spiel stehen, ist Eile niemals eine Option.

Selbst die sorgfältigsten Zeitpläne müssen manchmal drastisch überarbeitet werden.

Eine verzögerte Landung

Die amerikanische Raumfahrtagentur ändert offiziell ihren Zeitplan für die Rückkehr von Menschen auf die Mondoberfläche. Die mit Spannung erwartete Mission Artemis III wird keine Mondlandung mehr beinhalten.

Laut Euronews, zitiert von Digi24, wird die Besatzung im niedrigen Erdorbit bleiben, anstatt den historischen Abstieg zu vollziehen. Der Flug wird sich vollständig auf die Erprobung kritischer Technologien konzentrieren, die für zukünftige Reisen in den Tiefraum benötigt werden.

Das Orion-Raumschiff wird eine vierköpfige Besatzung für diesen neu überarbeiteten Orbitaltest befördern. Die Astronauten werden einen längeren Zeitraum damit verbringen, wichtige Lebenserhaltungssysteme zu bewerten, einschließlich der Stickstoff-, Wasser- und Sauerstoffversorgung an Bord.

Übung für den Tiefraum

Ein Hauptziel ist es, die komplexe Logistik der Betankung im Tiefraum zu klären. Die Besatzung wird zum allerersten Mal ein Andocksystem im Orbit testen.

Experten von Euronews stellten fest, dass diese Betankungsfähigkeit absolut entscheidend für spätere Reisen zum Mars ist. Offizielle wollen auch sehen, wie verschiedene Partner und Fahrzeuge zusammenarbeiten.

Jeremy Parsons, der stellvertretende Administrator ad interim für das Mond-zum-Mars-Programm, erläuterte die Änderung. Er merkte an, dass der Flug festlegen wird, wie „mehrere Raumfahrzeuge“ als ein geeintes Team funktionieren können, bevor jemand zur Mondoberfläche aufbricht.

Verzögerungen bei Raketenunternehmen

Dieser überarbeitete Zeitplan verschafft privaten Raumfahrtunternehmen entscheidende Zeit, um ihre eigenen Rückschläge zu beheben. Digi24 berichtete, dass die NASA das Vergabeverfahren für den Vertrag aufgrund von Verzögerungen bei der SpaceX Starship-Rakete wieder aufnimmt.

Derweil bereitet sich Blue Origin darauf vor, sein eigenes Blue Moon-Modul noch in diesem Jahr bei einem robotischen Flug zu testen.

„Die Mission wird zur Entwicklung von Rendezvous- und Habitationskonzepten für das Mondmodul sowie zu den für zukünftige Mondoberflächenmissionen erforderlichen Operationen beitragen“, erklärte die NASA.

Warten auf Artemis IV

Viele Fragen zum Orbitalflug bleiben noch unbeantwortet. Die NASA räumt ein, dass sie die Missionsdauer, die wissenschaftlichen Ziele oder die Kommunikationsprotokolle mit der Bodenkontrolle noch nicht finalisiert hat.

Weltraumfans, die hoffen, wieder Menschen auf dem Mond gehen zu sehen, müssen sich noch etwas gedulden. Die mit Spannung erwartete Oberflächenlandung ist nun offiziell für die Mission Artemis IV im Jahr 2028 geplant.

Quellen: Digi24, Euronews, NASA