Wenn globale Supermächte am Verhandlungstisch Platz nehmen, finden sich kleinere Nationen oft im Flur wieder. Selbst die engsten Verbündeten können plötzlich feststellen, dass sie die Gespräche nicht mehr bestimmen.
Diese sich verschiebende Dynamik entfaltet sich nun im Nahen Osten, berichtet HotNews.
An den Rand gedrängt
Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu machte kürzlich seinem engsten Kreis ein deutliches Geständnis. Er hat derzeit sehr wenig Einfluss auf Donald Trump.
Laut Reuters enthüllten zwei israelische Beamte, dass sich der Premierminister machtlos fühlt, die laufenden amerikanischen Verhandlungen mit dem Iran zu gestalten.
Die Vereinigten Staaten und der Iran versuchen derzeit, einen brutalen Konflikt zu beenden, der seit fast drei Monaten in der Region wütet. Israel sieht sich jedoch weitgehend von diesen entscheidenden diplomatischen Gesprächen ausgeschlossen.
Dieser plötzliche Ausschluss ist überraschend, wenn man bedenkt, dass der Konflikt ursprünglich durch koordinierte Luftangriffe amerikanischer und israelischer Streitkräfte ausgelöst wurde.
Die Blockade umgehen
Pakistan vermittelt derzeit indirekte Gespräche zwischen Washington und Teheran.
Das vorgeschlagene Abkommen konzentriert sich vollständig auf die Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Im Gegenzug für die Freigabe dieser wichtigen internationalen Schifffahrtsroute würden die Vereinigten Staaten ihre Seeblockade gegen den Iran offiziell aufheben.
Iranische Quellen teilten Reuters mit, dass sie bereits einen realistischen Weg sehen, ihren Bestand an hochangereichertem Uran zu handhaben. Sie schlugen vor, dass die Atomenergiebehörde der Vereinten Nationen die Verdünnung dieser gefährlichen Materialien sorgfältig überwachen könnte.
Dem Anführer folgen
Die beiden Staatschefs telefonierten in den letzten sieben Tagen nicht weniger als dreimal miteinander.
Nach ihrem ersten Telefonat am Dienstag fragten Reporter den amerikanischen Präsidenten, welche Botschaft er dem israelischen Staatschef übermittelt habe.
„Er ist ein sehr guter Mann, er wird tun, was immer ich ihm sage“, erwiderte der amerikanische Präsident.
Nach einem späteren Gespräch veröffentlichte Netanyahu eine Erklärung, in der er bestätigte, dass sie das Abkommen über die Schifffahrtsroute besprochen hätten. Er betonte, dass Trump Israel weiterhin bei der Verteidigung gegen regionale Bedrohungen unterstütze.
Vor den Wählern
Diese diplomatische Reibung kommt für Netanyahu zu einem gefährlichen Zeitpunkt. Nationale Umfragen zeigen, dass er vor den bevorstehenden Wahlen an Boden verliert.
Gegner behaupten vehement, er habe seine ursprünglichen Versprechen, das klerikale Regime in Teheran zu zerstören, nicht eingehalten. Früh im Konflikt eliminierte ein koordinierter Angriff erfolgreich den iranischen Obersten Führer Ali Khamenei.
Nun haben sich die amerikanischen Prioritäten jedoch klar verschoben. Washington möchte hauptsächlich die globalen Öl- und Gaslieferungen wiederherstellen, bevor sich der wirtschaftliche Schaden verschlimmert.
Unterdessen betonte Netanyahu kürzlich in einem Interview mit CBS seinen Fokus auf die Demontage von Atomanlagen. „Wir haben noch Arbeit vor uns“, sagte Netanyahu.
Quellen: HotNews, Reuters, CBS