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Neue cannabis-studie überrascht experten mit positiven effekten auf das gehirn älterer erwachsener

Cannabis
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Cannabis wurde lange mit Experimenten im Jugendalter in Verbindung gebracht, doch neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass seine Auswirkungen auf das Gehirn im späteren Leben ganz anders aussehen könnten.

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Wissenschaftler sagen, die Ergebnisse stellten Annahmen infrage, die jahrzehntelang die Debatte über die Droge geprägt haben.

Zunahme bei älteren Konsumenten

Laut UNILAD nimmt der Cannabiskonsum unter älteren Erwachsenen stark zu, insbesondere bei Hochschulabsolventen, Verheirateten, Frauen und Personen mit höherem Einkommen. Der Trend wurde von Forschern des Center for Drug Use and HIV/HCV Research (CDUHR) an der School of Global Public Health der New York University identifiziert.

Die in JAMA Internal Medicine veröffentlichten Ergebnisse zeigen einen deutlichen Wandel über die Zeit. „Wenn wir noch weiter zurückblicken, auf 2006 und 2007, nutzten weniger als ein Prozent der älteren Erwachsenen im vergangenen Jahr Cannabis. Heute sehen wir, dass sieben Prozent es allein im vergangenen Monat konsumiert haben“, sagte Benjamin Han, ein dem CDUHR angeschlossener Forscher.

Fokus verlagert sich auf das Altern

Der Großteil der Cannabisforschung hat sich bislang auf Jugendliche und junge Erwachsene konzentriert, insbesondere auf Risiken für sich entwickelnde Gehirne. Da jedoch immer mehr Menschen altern und weiterhin Cannabis konsumieren, richtet sich der Blick der Forschung zunehmend auf langfristige Effekte im späteren Lebensverlauf.

„Immer mehr ältere Erwachsene nutzen Cannabis. Es ist leichter verfügbar und wird aus anderen Gründen verwendet als bei Jüngeren – etwa für den Schlaf oder bei chronischen Schmerzen“, sagte Dr. Anika Guha, klinische Psychologin an der University of Colorado Anschutz Medical Campus.

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„Zudem leben Menschen länger. Wir müssen fragen: Welche langfristigen Auswirkungen hat Cannabiskonsum, wenn wir weiter altern?“

Gehirnscans liefern Überraschung

Die Forscher analysierten Daten von 26.362 Erwachsenen im Alter zwischen 40 und 77 Jahren im Vereinigten Königreich. Die Teilnehmenden machten Angaben zu ihrem Cannabiskonsum, unterzogen sich MRT-Untersuchungen zur Beurteilung der Gehirnstruktur und absolvierten eine Reihe kognitiver Tests.

Der Fokus lag auf Hirnregionen mit hoher Dichte an CB1-Cannabinoidrezeptoren, insbesondere dem Hippocampus, der eine zentrale Rolle für das Gedächtnis spielt.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass Cannabiskonsumenten bei kognitiven Tests besser abschnitten und in einigen Bereichen Anzeichen einer gesünderen Gehirnstruktur zeigten.

Experten überrascht

„Ich war etwas überrascht, dass jede kognitive Messgröße mit einem signifikanten Effekt bei Cannabiskonsumenten bessere Leistungen zeigte“, sagte Guha.

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„Das widerspricht den gängigen Annahmen, da viele Studien gezeigt haben, dass Cannabis – zumindest kurzfristig – mit schlechterer kognitiver Leistungsfähigkeit verbunden ist.“

Maßhalten bleibt entscheidend

Die Forscher betonen, dass die Ergebnisse nicht bedeuten, Cannabis sei grundsätzlich vorteilhaft. Guha erklärte, dass insbesondere moderater Konsum mit den positivsten Effekten einherzugehen schien, darunter größere Hirnvolumina und eine stärkere kognitive Leistungsfähigkeit.

Sie wies darauf hin, dass die Reaktionen individuell unterschiedlich seien, und betonte, dass Maßhalten entscheidend bleibe, während weiter untersucht werde, wie Cannabis mit dem alternden Gehirn interagiert.

Quellen: UNILAD, JAMA Internal Medicine, NYU School of Global Public Health

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