Neue Enthüllungen haben die EU dazu veranlasst, Sanktionen gegen chinesische Unternehmen zu prüfen, die Russlands Kriegsanstrengungen in der Ukraine unterstützen.
Vier chinesische Unternehmen könnten Teil der nächsten EU-Sanktionsrunde gegen Russland werden.
Laut internen Dokumenten, die POLITICO vorliegen, ist die EU der Ansicht, dass die Unternehmen zu Aktivitäten beitragen, die Russlands Kriegsanstrengungen in der Ukraine unterstützen.
Der Vorschlag soll laut United24 Media bei einem Treffen der EU-Außenminister am 15. Juni in Luxemburg erörtert werden.
Mehrere Länder betroffen
Neben den chinesischen Unternehmen gehören auch Firmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei und Aserbaidschan zu denjenigen, gegen die die EU Sanktionen in Erwägung zieht.
Die Sanktionen sollen den Druck auf Netzwerke und Unternehmen erhöhen, die Russland dabei helfen, trotz bestehender Beschränkungen Waren und Technologien zu beschaffen.
Die Namen der betroffenen Unternehmen wurden laut United24 Media bislang nicht veröffentlicht.
Fokus auf China
Der Fokus auf China besteht jedoch bereits seit längerer Zeit. In den vergangenen Jahren hat die EU die Rolle chinesischer Unternehmen in Lieferketten, die Russland zugutekommen, zunehmend genauer untersucht.
Laut POLITICO gelangen inzwischen mehr als 90 Prozent der sanktionierten Technologien, zu denen Russland Zugang erhält, über China ins Land.
Die EU hat sich bislang zurückhaltend gezeigt, chinesische Unternehmen ins Visier zu nehmen, da sie mögliche wirtschaftliche Gegenmaßnahmen aus Peking befürchtet, berichtet United24 Media.
Größeres Sanktionspaket in Vorbereitung
Gleichzeitig verhandeln die Mitgliedstaaten über ein umfassenderes Sanktionspaket, das den Energiesektor und die bestehende Preisobergrenze für russisches Öl betrifft.
Die Europäische Kommission hat sich bislang nicht zu den Details der geplanten Maßnahmen geäußert.
Sie betonte jedoch, dass das Ziel darin bestehe, den wirtschaftlichen Druck auf Moskau zu erhöhen und die Möglichkeiten zur Umgehung der Sanktionen einzuschränken, berichtet United24 Media.
Russland zunehmend abhängig von China
Chinas Bedeutung für Russland geht weit über die Diplomatie hinaus.
Im Mai berichtete die Washington Post, dass Moskau wirtschaftlich zunehmend von Peking abhängig geworden sei, während die westlichen Sanktionen ausgeweitet wurden.
Genau diese Entwicklung versucht die EU nun mit neuen Sanktionen gegen chinesische Unternehmen ins Visier zu nehmen.
Quellen: United24 Media, POLITICO, The Washington Post