Die Ölpreise schnellen erneut in die Höhe, und Benzin ist noch teurer geworden.
Die Energiemärkte wurden am Donnerstag erneut erschüttert, als Spannungen im Nahen Osten die Ölpreise stark in die Höhe trieben und die Sorgen um die globale Versorgung neu entfachten.
Laut Reuters beobachten Investoren erneut die Straße von Hormus, einen der weltweit wichtigsten Energiekorridore, nachdem Iran die Schließung der Wasserstraße infolge neuer US-Militärschläge angekündigt hatte. Diese Entwicklung ließ die Rohölpreise steigen, da Händler das Risiko weiterer Störungen der weltweiten Öllieferungen abwogen.
Kritische Route unter Druck
Die Straße von Hormus ist eine der strategisch wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasexporte passieren normalerweise diese enge Passage, die den Persischen Golf mit den internationalen Märkten verbindet.
Irans oberste Militärführung erklärte am Donnerstag, die Meerenge sei für Öltanker und Handelsschiffe gesperrt worden, und warnte, dass Schiffe, die versuchten, die Passage zu durchqueren, unter Beschuss geraten würden.
Die Märkte reagierten umgehend.
Brent-Rohöl stieg über 94 US-Dollar pro Barrel, während US-Rohöl die Marke von 91 US-Dollar überschritt und seine Gewinne nach mehrtägiger Eskalation der militärischen Aktivitäten in der Region ausbaute.
Analysten von ING erklärten, die jüngsten Entwicklungen legten nahe, dass eine Lösung noch in weiter Ferne liege.
„Es deutet einmal mehr darauf hin, dass eine Einigung noch in weiter Ferne liegt und die Energieflüsse aus dem Persischen Golf stark eingeschränkt bleiben werden.“
Trump erhöht den Druck
Neue Marktunsicherheit folgte auf weitere US-Angriffe auf Ziele im Iran.
Präsident Donald Trump signalisierte, dass die Militäraktion fortgesetzt werden könnte, sofern Teheran kein Abkommen mit Washington schließe.
Im Gespräch mit dem Fox-News-Reporter Trey Yingst warnte Trump:
„sie in Grund und Boden bomben“
Der Präsident sagte, die jüngsten Angriffe würden bald enden, machte aber deutlich, dass weitere Maßnahmen auf dem Tisch blieben, falls Verhandlungen scheiterten.
Die militärischen Aktivitäten markieren eine weitere Eskalation in einem Konflikt, der sich nach einem fragilen Waffenstillstand, der Anfang des Jahres erzielt worden war, kurzzeitig abgekühlt hatte.
Sorgen um die Versorgung wachsen
Ölhändler konzentrieren sich zunehmend auf Versorgungsrisiken statt auf kurzfristige Preisschwankungen.
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist bereits seit Monaten stark gestört, was die Exporte mehrerer großer Produzenten aus der Golfregion einschränkt.
Erschwerend kommt hinzu, dass die US-Rohölbestände rapide gesunken sind.
Regierungsdaten, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, zeigten, dass die amerikanischen Lagerbestände im letzten Berichtszeitraum um 7,2 Millionen Barrel fielen, deutlich mehr, als Analysten erwartet hatten.
Seit der Intensivierung der Kämpfe Anfang dieses Jahres sind die US-Bestände Berichten zufolge um etwa 79 Millionen Barrel zurückgegangen, da Produzenten und Regierungen versuchten, die reduzierten Lieferungen aus der Golfregion zu kompensieren.
OPEC-Produktion auf Mehrjahrzehnttief
Der Druck auf die globalen Lieferungen kommt nicht allein von Hormus.
Eine Reuters-Umfrage ergab, dass die OPEC-Produktion im Mai auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwanzig Jahren fiel. Beschränkungen der iranischen Exporte und reduzierte Lieferungen anderer Golfproduzenten haben den Markt zusätzlich verknappt.
Unterdessen tauchen weiterhin widersprüchliche Berichte aus der Region auf.
Iranische Staatsmedien behaupteten, US-Marineeinheiten nahe Hormus seien von Raketen und Drohnen angegriffen worden. US-Beamte erklärten, der kommerzielle Schiffsverkehr bewege sich weiterhin durch Teile der Meerenge und es seien keine erfolgreichen Angriffe auf amerikanische Kriegsschiffe gemeldet worden.
Für die Energiemärkte bleibt die übergeordnete Sorge jedoch unverändert: Solange der Konflikt andauert und eine der weltweit wichtigsten Ölrouten bedroht bleibt, werden Händler wahrscheinlich die Möglichkeit weiterer Versorgungsunterbrechungen einpreisen.