Ein diplomatischer Streit ist zwischen Österreich und Russland ausgebrochen, nachdem Spionagevorwürfe im Zusammenhang mit der Botschaftsinfrastruktur in Wien laut wurden. Der Schritt markiert eine weitere Verschlechterung der bereits angespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern.
Wiener Behörden geben an, dass es bei der Angelegenheit um verdächtige Ausrüstung gehe, die auf diplomatischen Gebäuden installiert wurde.
Spionagebedenken
Laut Digi24.ro erklärte Österreich drei russische Diplomaten zu Persona non grata wegen eines sogenannten „Antennenwaldes“ auf den Dächern der Botschaftsgebäude.
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger erklärte, die Installationen seien möglicherweise zur Informationsbeschaffung und Signalabfangung genutzt worden.
„Es ist unzulässig, diplomatische Immunität zur Begehung von Spionageakten zu nutzen“, erklärte sie und bestätigte, dass die Diplomaten das Land inzwischen verlassen hätten.
Von Digi24.ro zitierte Berichte deuten darauf hin, Österreich habe Moskau zuvor gebeten, auf die diplomatische Immunität der Beamten zu verzichten, aber keine Antwort erhalten.
Reaktion Moskaus
Die russische Botschaft in Wien verurteilte die Ausweisungen, nannte die Entscheidung „rücksichtslos“ und warnte vor Konsequenzen.
„Die gesamte Verantwortung für die weitere Verschlechterung der bilateralen Beziehungen, die bereits ihren Tiefpunkt in der modernen Geschichte erreicht haben, liegt vollständig bei Wien“, erklärte die Mission.
Offizielle argumentierten zudem, dass Österreich es versäumt habe, Beweise für die „angeblichen Verletzungen des Wiener Übereinkommens über diplomatische Beziehungen“ vorzulegen.
Überwachungsvorwürfe
Frühere Berichte der Financial Times, zitiert von Digi24.ro, stellten fest, dass, während Satellitenschüsseln in Botschaften Standard seien, einige russische Ausrüstung zur Verfolgung mehrerer Satelliten eingesetzt worden sei.
Eine große Schüssel sei Berichten zufolge um die Zeit der Münchner Sicherheitskonferenz neu positioniert worden, bevor sie danach wieder zurückverlegt worden sei.
Quellen erklärten zudem, westliche Geheimdienste hätten die Installation neuer Antennen und ungewöhnlicher Geräte auf russischen diplomatischen Gebäuden in den letzten Jahren überwacht.
Debatte um Gesetzeslücke
Österreich verfolgt derzeit keine Spionage, die gegen andere Länder gerichtet ist, eine Lücke, die Kritik hervorgerufen hat.
Laut dem Magazin Falter erwägen die Behörden nun Gesetzesänderungen, um Spionage gegen die Europäische Union und in Wien ansässige internationale Organisationen zu kriminalisieren.
Der Vorschlag zielt darauf ab, Bedenken auszuräumen, dass die Stadt zu einem Zentrum für Geheimdienstaktivitäten geworden sei.
Anhaltende Spannungen
Die jüngsten Ausweisungen reihen sich in eine Serie ähnlicher Maßnahmen in den letzten Jahren ein.
Reuters, zitiert von Digi24.ro, berichtete, dass Österreich seit 2020 14 russische Diplomaten ausgewiesen habe, darunter zwei im März 2024 und einen im September 2025.
Dieser frühere Fall betraf angebliche Kontakte zu einem ehemaligen Manager des österreichischen Energiekonzerns OMV, der Spionageverbindungen verdächtigt wurde.
Quellen: Digi24.ro, Financial Times, Falter, Reuters