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Putin kann so viele Soldaten rekrutieren, wie er will — dank der neuen Strategie der Ukraine wird es keinen Unterschied machen

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Was nützen neue Rekruten, wenn man sie nicht einmal an die Front bringen kann?

Putin braucht Truppen.

Die bekannte russische Strategie, Welle um Welle von Soldaten auf den Feind zu schicken, um dessen Munitionsvorräte zu erschöpfen und dabei Moskaus eigene Verluste außer Acht zu lassen, erfordert immense personelle Ressourcen. Mit schätzungsweise 1,4 Millionen Opfern im bisherigen Kriegsverlauf muss Russland seine Reihen auffüllen.

Es klingt nach den Taktiken, die die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg einsetzte, doch der Einsatz dessen, was russische Soldaten als „Fleischstürme“ bezeichnen, wurde auch im Krieg in der Ukraine berichtet.

Seit Jahresbeginn meldet die Ukraine jedoch, dass die Verteidiger mehr russisches Personal ausschalten, als der Kreml ersetzen kann – eine Einschätzung, die sowohl von westlichen Geheimdiensten als auch von Militäranalysten geteilt wird.

Doch selbst die Truppen, die Putin rekrutiert, erreichen möglicherweise nicht die Frontlinie. Nicht, weil sie ausgeschaltet werden, bevor sie die Kontaktlinie erreichen – nein, sondern weil die Russen keine Möglichkeit haben, sie zu transportieren.

Die Straßen lahmlegen

Nach Angaben des Institute for the Study of War (ISW) setzen ukrainische Streitkräfte eine Welle gezielter Drohnenangriffe ein, um russische Versorgungslinien zu unterbrechen.

Die Kampagne, die im Frühjahr 2026 erheblich intensiviert wurde, zielt darauf ab, den Kreml daran zu hindern, frische Soldaten und Ausrüstung an die Frontlinien zu verlegen.

Jüngsten militärischen Feldanalysen zufolge haben diese Luftangriffe kritische Transportrouten schwer beschädigt. Besonders betroffen ist die Autobahn M-14, eine wichtige Straßenverbindung, die Russland direkt mit der besetzten Krim verbindet.

Doch die Unterbrechungen hören hier nicht auf. Versorgungsrouten zwischen den besetzten Gebieten in der Südukraine und Donezk stehen ebenfalls unter ständigem Beschuss, wodurch russische Truppen ohne Nahrung, Treibstoff oder Munition festsitzen.

Ein vollständiger Logistik-Lockdown

Das ISW bewertet die Strategie als gezielt und zunehmend ausgeweitet. Am 27. Mai kündigte der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow an, dass das Militär offiziell einen sogenannten „Logistik-Lockdown“ gegen feindliche Kräfte einleite.

Um den Druck aufrechtzuerhalten, plant die Ukraine, mehr Geld in ihre besten Drohneneinheiten zu investieren. Sie benötigen dringend bessere Technologie. Bereits jetzt werden groß angelegte kommerzielle Wettbewerbe gestartet, um die beste Ausrüstung zu finden.

Dieser massive Vorstoß hat den ukrainischen Streitkräften einen vorübergehenden, aber erheblichen Vorteil verschafft. In mehreren entscheidenden Frontabschnitten übertreffen ihre Drohnen derzeit schlichtweg alles, was die Gegenseite einsetzen kann.

Kein Vorankommen

Die Konsequenzen für den Kreml sind gravierend. Da ferngesteuerte Flugobjekte den Himmel ständig überwachen, können russische Truppen laut ISW nachts weder Überraschungsangriffe starten noch unbemerkt Verteidigungsstellungen umgehen.

Selbst russische Quellen geben zu, dass es ein großes Problem gibt. Am 26. Mai beklagte ein kremlnaher Militärblogger, dass ukrainische Drohnenaufklärer die Infiltrationstaktiken, die Russland monatelang für langsame Fortschritte eingesetzt hatte, vollständig untergraben hätten.

Auch das Entsenden weiterer Truppen könnte das Problem nicht lösen. Analysten weisen darauf hin, dass zusätzliche Soldaten stecken bleiben werden, bevor sie überhaupt die Front erreichen, sofern Russland keinen Weg findet, diese „fliegenden Augen“ abzuschießen.

Quellen: Ukrainisches Verteidigungsministerium, russische militärische Social-Media-Kanäle, Institute for the Study of War