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Putins Sicherheitschef deutet „Entführung“ des deutschen Kanzlers an, inspiriert von Trumps Razzia

Dmitrij Medvedev
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Die Rhetorik aus Moskau hat nach der US-Operation in Venezuela eine düsterere Wendung genommen.

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Ein hochrangiger russischer Politiker hat offen darüber spekuliert, ähnliche Aktionen auch gegen westliche Staats- und Regierungschefs durchzuführen.

Die Äußerungen haben neue Sorgen über Tonfall und Richtung der Kreml-Kommunikation ausgelöst.

Provokante Aussagen

Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew hat laut dpa angedeutet, dass Entführungsaktionen nach dem Vorbild des US-Einsatzes in Venezuela auch gegen andere Weltführer denkbar seien.

In einem Gespräch mit der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS nannte Medwedew ausdrücklich den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz als mögliches Ziel.

„Die Entführung des Neonazi Merz kann eine ausgezeichnete Wendung in diesem Karneval der Ereignisse sein“, wurde Medwedew zitiert.

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Rechtfertigende Rhetorik

Medwedew behauptete, ein solches Szenario sei nicht unrealistisch, da Merz angeblich sogar in Deutschland selbst strafrechtlich verfolgt werden könne.

„Es gibt Gründe, ihn in Deutschland selbst zu verfolgen, daher wäre es kein Verlust, zumal Bürger unnötig leiden“, sagte er.

Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der Medwedew sich weiter als einer der aggressivsten und lautstärksten Vertreter des Kremls positioniert.

Harter Kurs

Medwedew war von 2008 bis 2012 Präsident Russlands, hat jedoch in den vergangenen Jahren einen zunehmend konfrontativen Ton angeschlagen.

Er hat wiederholt aufhetzende Aussagen gegen die Ukraine, europäische Regierungen und die Vereinigten Staaten gemacht und dabei häufig harte Kreml-Narrative verstärkt.

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Seine jüngsten Kommentare wurden als Reaktion auf die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA präsentiert.

Vergleich mit Venezuela

Medwedew wies Behauptungen der Trump-Regierung zurück, Maduro sei ein illegitimer Präsident, und erklärte, solche Argumente hielten einer Prüfung nicht stand.

Maduro wurde bei einer US-Militäroperation festgenommen und nach New York gebracht, ein Schritt, der in Moskau scharfe Reaktionen ausgelöst hat.

Russische Vertreter haben die Operation als gefährlichen Präzedenzfall dargestellt, der auch anderswo Anwendung finden könne.

Behauptungen zu Selenskyj erneuert

Medwedew wandte sich auch dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu und wiederholte Moskaus Behauptung, dessen Mandat sei abgelaufen.

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Der Kreml hat Selenskyj wiederholt für illegitim erklärt, da keine neuen Wahlen abgehalten worden seien.

Die Ukraine hält dagegen, dass ihre Verfassung eine Verlängerung der Amtszeit des Präsidenten während eines Krieges erlaubt und Selenskyj auf dieser Grundlage im Amt bleibt.

Quellen: dpa, TASS, Ziare.com