Das Leben in der russischen Botschaft in Frankreich wird zunehmend schwieriger.
Das Tanken ist für die meisten Menschen eine alltägliche Routine.
Man zieht die Karte durch, tankt und fährt ohne einen zweiten Gedanken davon.
Doch diese einfache Routine ist für eine Gruppe hochrangiger ausländischer Gesandter plötzlich zu einem großen Problem geworden.
Ein plötzliches Tankproblem
Russische Diplomaten, die in Paris stationiert sind, sehen sich an der Tankstelle festgefahren. Ihre offiziellen Bankkarten werden nun für den Kauf von Kraftstoff gesperrt.
Die Nachricht stammt direkt von Russlands Botschafter in Frankreich. Alexei Meshkov äußerte kürzlich seinen Unmut gegenüber der russischen Staatsnachrichtenagentur RIA Novosti.
Er machte eine belgische Finanzinstitution für die Auslösung der ursprünglichen Beschränkung verantwortlich. Als die Botschaft versuchte, die Treibstoffzahlungen stattdessen über eine französische Bank abzuwickeln, stieß sie auf eine schnelle Ablehnung.
„Dies ist ein Präzedenzfall, der erst diese Woche geschaffen wurde, denn davor, selbst ab 2022, gab es in dieser Hinsicht nie Probleme“, sagte Meshkov.
Das Geld wird knapper
Hohe Kraftstoffpreise in ganz Europa machen die unerwartete Sperrung zu einem „erheblichen Schlag“ für das Botschaftspersonal.
Dies ist nur die jüngste finanzielle Hürde für Moskaus Vertreter in der französischen Hauptstadt. Der Botschafter beklagte, dass „Probleme mit Konten“ nun ein „praktisch permanenter“ Bestandteil ihres Arbeitslebens seien.
Bereits im Februar 2025 froren die französischen Behörden die Bankkonten des Kulturzentrums Russisches Haus in Paris vollständig ein.
Das französische Finanzministerium lockerte diese strengen Regeln schließlich. Es erlaubte die Abwicklung wesentlicher Transaktionen, jedoch nur unter direkter Aufsicht eines bestimmten Bankmitarbeiters.
Vollständig ausgeschlossen
Laut The Moscow Times trafen eine Reihe von Sanktionen der Europäischen Union das Botschaftspersonal im vergangenen Januar besonders hart.
Frankreich untersagte unter den neuen Regeln die freie Bewegung dieser Diplomaten und ihrer Familienangehörigen. Jegliche grenzüberschreitende Reisen erfordern nun eine 24-stündige Vorankündigung an das Außenministerium.
Auch soziale und diplomatische Türen schließen sich. Paris hat russische Delegierte erneut von der Gästeliste für seine Zeremonien am 8. Mai zum Gedenken an die Niederlage des Nationalsozialismus gestrichen, eine Zurückweisung, die kurz nach der Invasion der Ukraine begann.
Berichte russischer Staatsmedien deuten darauf hin, dass Gesandte bei Treffen manchmal ignoriert werden. In einigen Fällen werden sie einfach aufgefordert zu gehen. Ende letzten Jahres forderte der Europäische Auswärtige Dienst sein Personal Berichten zufolge auf, russische Kollegen gänzlich zu meiden.
Quellen: RIA Novosti, Russische Staatsmedien, The Moscow Times