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Scheidende Geheimdienstchefin Gabbard belebt widerlegte Verschwörungstheorie um Biolabore in der Ukraine wieder

Tulsi gabbard
Gage Skidmore from Surprise, AZ, United States of America, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Abschiedsgeschenke in der Politik können manchmal eine Spur des Chaos hinterlassen. Wenn hochrangige Beamte sich auf ihren Rücktritt vorbereiten, lösen ihre letzten Entscheidungen oft intensive öffentliche Debatten aus.

Ein plötzlicher Schritt einer Geheimdienstchefin hat nun eine heftige globale Debatte neu entfacht, berichtet das ukrainische Staatsmedium United24Media.

Alte Theorien kehren zurück

Laut United24Media hat die scheidende US-Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard vor ihrem Ausscheiden am 30. Juni für Aufsehen gesorgt. Ihr Büro veröffentlichte am 12. Juni freigegebene Dokumente über mehr als 120 ausländische biologische Forschungseinrichtungen.

Das Büro des Direktors der Nationalen Nachrichtendienste erklärte, diese Labore befänden sich in 30 Ländern und hätten amerikanische Finanzmittel erhalten. Die Behörde behauptete, einige Einrichtungen hätten gefährliche Krankheitserreger ohne vollständige öffentliche Offenlegung gehandhabt.

Eine ukrainische Einrichtung soll gefährliche Materialien beherbergt und während des Krieges Risiken ausgesetzt gewesen sein. Die Akten enthielten jedoch keine detaillierten Beweise über die tatsächliche Forschung.

Gabbard kritisierte amerikanische Führungspersönlichkeiten direkt in einer offiziellen Erklärung. „Trotz des offensichtlichen Potenzials für katastrophale globale Auswirkungen haben Politiker, sogenannte Gesundheitsexperten wie Dr. Fauci und Mitglieder der Biden-Regierung das amerikanische Volk über die Existenz dieser Labore belogen“, sagte Gabbard.

Kartenfehler und Gegenwind

Die plötzliche Veröffentlichung zog scharfe Kritik von Experten nach sich, die gravierende Fehler entdeckten. Beobachter wiesen darauf hin, dass die begleitende Karte Kiew an der falschen Stelle platzierte und Orte wie die Krim falsch beschriftete.

Christo Grozev, Geschäftsführer von Bellingcat, argumentierte, Gabbard habe dem Kreml im Wesentlichen eine weitere Informationsoperation zur Verfügung gestellt.

Christopher Miller, Korrespondent der Financial Times, deutete an, der Schritt entspreche Gabbards langjährigem Interesse an Theorien über amerikanische Labore in der Ukraine.

Die wahre Geschichte

Moskau behauptet häufig, die Ukraine betreibe geheime Biowaffenprogramme, was Washington und internationale Gruppen jedoch stets dementieren. Radio Free Europe/Radio Liberty berichtete, diese Einrichtungen gehörten zu Programmen zur Reduzierung von Bedrohungen aus der Zeit nach dem Kalten Krieg, die darauf abzielten, alte sowjetische Infrastruktur zu sichern.

Die Vereinigten Staaten geben an, ihre Arbeit konzentriere sich ausschließlich auf die öffentliche Gesundheit. Das Pentagon erklärte 2022, die USA hätten seit 2005 rund 200 Millionen US-Dollar zur Unterstützung von 46 ukrainischen Diagnose- und Gesundheitseinrichtungen bereitgestellt.

Das US-Außenministerium hatte Russland zuvor vorgeworfen, diese falschen Geschichten zu verbreiten, um seine Invasion zu rechtfertigen. Mit Gabbards Ausscheiden aus dem Amt hat diese Informationsveröffentlichung einer alten Verschwörung neues Leben eingehaucht.

Quellen: United24Media, Radio Free Europe/Radio Liberty, Bellingcat, Financial Times