Ein ungewöhnlicher Vorfall in einem Krankenhaus in Nordwales löste einen Großeinsatz mehrerer Einsatzkräfte aus und endete wenige Wochen später vor Gericht. In dem Verfahren wurden außerdem zwei voneinander unabhängige Ladendiebstähle behandelt.
Ein Mann, der als Sensenmann verkleidet auf das Dach eines Krankenhauses in Nordwales geklettert war, ist zu einer Geldstrafe verurteilt worden, nachdem er eingeräumt hatte, auf dem Gelände des NHS eine Störung verursacht zu haben.
Der 26-jährige Leon Gillespie aus Deganwy erschien wegen des Vorfalls vom 6. Juni am Ysbyty Glan Clwyd in St Asaph, Denbighshire, vor dem Amtsgericht in Llandudno. Laut The Independent bekannte er sich schuldig, ohne triftigen Grund eine Belästigung oder Störung verursacht und sich geweigert zu haben, das Gelände auf Aufforderung eines Polizeibeamten zu verlassen.
Das Gericht verhängte eine Geldstrafe und verpflichtete Gillespie zudem zur Zahlung von Schadensersatz sowie der Verfahrenskosten. Da die Zeitung widersprüchliche Angaben zur Höhe der finanziellen Sanktionen veröffentlichte, wird hier kein Gesamtbetrag genannt.
Das Ysbyty Glan Clwyd gehört zu den wichtigsten Krankenhäusern in Nordwales und wird vom Betsi Cadwaladr University Health Board betrieben.
Großeinsatz am Krankenhaus
Der Vorfall ereignete sich oberhalb des Haupteingangs des Krankenhauses. Dort war der als Sensenmann verkleidete Mann sowohl vom Krankenhausgelände als auch aus Teilen des Gebäudes gut zu sehen. Dies führte zu einem Einsatz von Polizei und Feuerwehr.
Vier Polizeifahrzeuge und ein Fahrzeug der Feuerwehr waren während des rund 50 Minuten dauernden Einsatzes vor Ort. Später wurde bestätigt, dass die Lage von North Wales Police und North Wales Fire and Rescue Service unter Kontrolle gebracht worden war.
Die New York Post berichtete, Gillespie sei auf den Laufwegen des Dachs umhergegangen, habe ungewöhnliche Geräusche von sich gegeben und in Richtung der Menschen innerhalb und außerhalb des Krankenhauses gestikuliert. Der Vorfall sorgte bei Patienten und Besuchern, die die Gestalt über dem Eingangsbereich sehen konnten, für Besorgnis.
Eine Erklärung für Gillespies Verhalten wurde in den Berichten nicht genannt. Die Anklage bezog sich darauf, eine Störung auf NHS-Gelände verursacht zu haben, und nicht darauf, medizinische Behandlung oder Versorgung in Anspruch genommen zu haben. Zudem wurde ihm zur Last gelegt, sich geweigert zu haben, das Gelände auf Aufforderung der Polizei zu verlassen.
Weitere Straftaten verhandelt
Das Gericht befasste sich außerdem mit zwei weiteren, nicht zusammenhängenden Ladendiebstählen, die Gillespie zuvor in Llandudno begangen und eingeräumt hatte.
Er bekannte sich schuldig, am 26. März Katzenfutter und Katzenstreu im Wert von 30 bis 40 Pfund bei Pets at Home gestohlen zu haben. Außerdem räumte er ein, am 28. Mai Lebensmittel und Getränke aus einer Filiale von Sainsbury’s entwendet zu haben.
In einer von The Independent veröffentlichten Stellungnahme erklärte das Betsi Cadwaladr University Health Board:
„Das Gesundheitsamt hat bereits klargestellt, dass auf seinem Krankenhausgelände eine Nulltoleranz gegenüber Missbrauch, Aggression oder störendem Verhalten gilt.“
Quellen: The Independent; New York Post