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Stier trifft 71-Jährigen bei Festival tödlich in die Brust

Stier trifft 71-Jährigen bei Festival tödlich in die Brust
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Ein tödlicher Hornstoß hat ein traditionsreiches Stierfestival nahe Salamanca überschattet.

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Nach dem tödlichen Angriff eines Stiers auf einen 71-jährigen Mann ermittelt die spanische Guardia Civil. Der Vorfall ereignete sich am Wochenende beim traditionsreichen Stierfestival in Ciudad Rodrigo nahe Salamanca.

Die mehrtägige Veranstaltung zieht jedes Jahr zwischen 45.000 und 50.000 Besucher an und zählt zu den ältesten ihrer Art in Spanien.

Ermittlungen laufen

Wie die Kronen Zeitung unter Berufung auf La Gaceta berichtet, wurde Eustaquio Martín in der Nacht auf Samstag gegen 1.00 Uhr von einem Stier mit dem Horn im Brustbereich getroffen. Es handelt sich um den ersten Todesfall bei dem Festival seit rund 40 Jahren.

Die Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet, um die genauen Umstände des Vorfalls zu klären. Weitere Details zu möglichen Sicherheitsaspekten wurden zunächst nicht bekannt.

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Am folgenden Tag gedachten Veranstalter und Besucher des Opfers mit einer Schweigeminute.

Ärzte ohne Chance

Der zuständige Arzt schilderte die dramatische Lage nach dem Angriff. Die Blutung sei „unkontrollierbar und katastrophal“ gewesen.

„Er kam unter unerträglichen Schmerzen in die Krankenstation und starb weniger als eine Minute später“, erklärte der zuständige Arzt. „Die Wunde mitten in seiner Brust hatte sein Herz teilweise zerstört und eine halbe Lunge beschädigt.“

Trotz sofortiger medizinischer Versorgung habe es keine Rettungsmöglichkeit gegeben.

Veranstalter reagieren

Auf der offiziellen Internetseite des Festivals äußerten sich die Organisatoren tief betroffen. „Das ist etwas, das wir niemals sehen oder erleben wollten“, hieß es. „Wir sind schockiert.“

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In ihrer Erklärung verwiesen sie auch auf einen tödlichen Zwischenfall im Jahr 1986. Damals sei eine andere Zeit und ein anderes Sicherheitsverständnis prägend gewesen.

Viele Verletzte hätten in den vergangenen Jahrzehnten dank moderner medizinischer Teams gerettet werden können, weshalb man geglaubt habe, ein solcher Vorfall werde sich nicht wiederholen. „Unser tiefstes Mitgefühl gilt der Familie.“

Umstrittene Praxis

Stierkämpfe sind fest in der spanischen Tradition verankert. Eine klassische Corrida dauert etwa 20 Minuten und endet in der Regel mit dem Tod des Tieres, das zuvor vom Matador mit mehreren Stichen geschwächt wird.

Gleichzeitig steht die Praxis seit Jahren in der Kritik. Tierschützer sprechen von Tierquälerei, und Umfragen zufolge lehnt inzwischen eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung in Spanien den Stierkampf ab.

Quellen: Kronen Zeitung, La Gaceta

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