Die Finanzen der Ukraine haben durch neue Mittel des Internationalen Währungsfonds vorübergehend Entlastung erhalten. Die Hilfe dürfte das Land für mehrere Wochen zahlungsfähig halten, während europäische Staats- und Regierungschefs Schwierigkeiten haben, sich auf ein deutlich größeres Unterstützungspaket zu einigen.
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Der Internationale Währungsfonds (IWF) genehmigte Ende vergangenen Monats ein Kreditprogramm in Höhe von 8,1 Milliarden US-Dollar und zahlte sofort 1,5 Milliarden US-Dollar aus, berichtet Politico.
Mit den Finanzen Kyjiws vertraute Personen sagten dem Medium, dass die Zahlung es der Ukraine ermöglichen sollte, ihren Verpflichtungen bis Anfang Mai nachzukommen.
Frühere Schätzungen hatten darauf hingedeutet, dass der Regierung bereits bis Ende März das Geld ausgehen könnte, was den Druck auf europäische Partner erhöhte, zusätzliche Unterstützung abzuschließen.
Streit um EU-Kredit
Die Europäische Union arbeitet an einem Kreditpaket in Höhe von 90 Milliarden Euro, das dazu beitragen soll, den Finanzbedarf der Ukraine bis 2027 zu decken.
Das Paket steckt jedoch weiterhin fest, da es die Zustimmung aller EU-Mitgliedstaaten erfordert, bevor die Mittel freigegeben werden können.
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Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán und der slowakische Ministerpräsident Robert Fico haben Einwände gegen den Plan erhoben, was vor einem Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel in der kommenden Woche für Unsicherheit sorgt.
EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis räumte die politischen Schwierigkeiten ein, deutete jedoch an, dass der Block entschlossen sei, die Finanzierung bereitzustellen.
„Es ist nicht das erste Mal, dass wir mit ähnlichen Schwierigkeiten mit Ungarn konfrontiert sind“, sagte er. „Wir werden diesen Kredit auf die eine oder andere Weise bereitstellen.“
Alternative Finanzierungsoption
Während die Verhandlungen weitergehen, diskutieren mehrere EU-Länder Möglichkeiten, die Ukraine direkt zu unterstützen, falls der größere Kredit weiterhin blockiert bleibt.
Laut von Politico zitierten Diplomaten erwägen nordische und baltische Regierungen bilaterale Kredite, die die Finanzierung der Ukraine kurzfristig sichern könnten.
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Eine mit den Gesprächen vertraute Person sagte, Kyjiw könnte bis zu 30 Milliarden Euro an solcher Unterstützung benötigen, um die finanzielle Stabilität bis September aufrechtzuerhalten.
Da bilaterale Kredite zwischen einzelnen Regierungen vereinbart werden, würden sie keine einstimmige Zustimmung aller EU-Mitgliedstaaten erfordern.
Diplomaten sagen, diese Option werde als Notfallplan betrachtet, falls das EU-weite Paket nicht vorankommt.
Quellen: Politico