Nach einem schweren Stromausfall, der große Teile des Südwestens Berlins ohne Elektrizität ließ, ist die Stromversorgung für Tausende Haushalte wiederhergestellt worden. Die Behörden gehen davon aus, dass die Störung möglicherweise vorsätzlich verursacht wurde, und haben eine sicherheitsrelevante Untersuchung eingeleitet.
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Viele Haushalte und Unternehmen sind weiterhin betroffen, während die Reparaturarbeiten andauern.
Strom teilweise wiederhergestellt
Laut dem German News Service teilte Stromnetz Berlin mit, dass in den frühen Morgenstunden des Sonntags schrittweise die Stromversorgung für rund 7.000 Haushalte und 150 Unternehmen wiederhergestellt wurde.
„Bis 3:23 Uhr (02:23 GMT) am 4. Januar konnten wir die Stromversorgung für rund 7.000 Haushalte und 150 Unternehmen in mehreren Etappen wiederherstellen, insbesondere im Bereich Lichterfelde“, erklärte der Netzbetreiber in einer über Nacht veröffentlichten Mitteilung.
Der Wiederanschluss folgte auf einen Brand, der eine Kabelverbindung über den Teltowkanal beschädigt hatte.
Weitreichende Beeinträchtigungen
Trotz der Fortschritte sind nach Angaben von Stromnetz Berlin im Bezirk Steglitz-Zehlendorf weiterhin rund 38.000 Haushalte und mehr als 2.000 Geschäftskunden ohne Strom.
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Der Ausfall beeinträchtigte die Straßenbeleuchtung, Ampelanlagen, Mobilfunknetze und die Kühlung in Supermärkten. Auch viele Privathaushalte waren betroffen, da Heizungsanlagen ausfielen, während die Temperaturen um den Gefrierpunkt lagen.
Bewohner in Teilen von Lichterfelde waren am Samstag darüber informiert worden, dass der Strom voraussichtlich im Laufe des Tages zurückkehren werde, doch verzögerten sich die Reparaturen zunächst.
Verdacht auf Sabotage
Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf Brandstiftung, nachdem der Berliner Staatsschutz, der für politisch motivierte Straftaten zuständig ist, ein Schreiben erhalten hatte, in dem die Verantwortung für den Brand übernommen wurde.
Eine Sprecherin von Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey erklärte laut dem German News Service, die Behörden gingen von einer vorsätzlichen Tat aus und prüften das Schreiben auf seine Echtheit.
Wer hinter dem Vorfall stecken könnte, ist bislang unklar.
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Reparaturen dauern an
Stromnetz Berlin warnte, dass die vollständige Wiederherstellung Zeit in Anspruch nehmen werde. Der Betreiber rechnet damit, dass erst am Donnerstagnachmittag alle betroffenen Haushalte wieder mit Strom versorgt sein werden.
Das Unternehmen verwies darauf, dass der Ausfall Parallelen zu einem früheren Vorfall im September aufweise, als zwei Strommasten im Südosten Berlins Ziel eines später als politisch motiviert eingestuften Angriffs wurden. Diese Störung dauerte mehrere Tage.
Derzeit arbeiten Notfallteams weiter an der beschädigten Infrastruktur, während die Ermittler klären, ob es sich bei dem Brand um eine gezielte Tat handelte.
Quellen: German News Service