Startseite Nachrichten Trump unterzeichnet umstrittene Impfverordnung – Ärzte protestieren sofort

Trump unterzeichnet umstrittene Impfverordnung – Ärzte protestieren sofort

Donald Trump
The White House / Wiki Commons

Trump ordnet weitreichende Änderungen an – Gesundheitsexperten warnen vor ernsten Folgen.

Präsident Donald Trump hat eine weitreichende Durchführungsverordnung unterzeichnet, die die Empfehlungen der Bundesregierung für routinemäßige Kinderimpfungen erheblich ändern und das Justizministerium anweisen würde, bestimmte staatliche Impfgesetze anzufechten.

Gesundheitsorganisationen, Kinderärzte und Impfstoffhersteller reagierten umgehend und argumentierten, dass die Änderungen nicht durch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse gestützt werden.

Gemäß der neuen Verordnung empfiehlt die Bundesregierung nun routinemäßige Impfungen gegen 11 Kinderkrankheiten, anstatt der 18, die zuvor im Impfplan der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) für 2024 enthalten waren.

Impfungen gegen COVID-19, saisonale Influenza, Rotavirus, Hepatitis A, Hepatitis B, das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) und Meningokokken-Erkrankungen würden nicht mehr allgemein empfohlen. Stattdessen wären sie Kindern mit erhöhtem Risiko vorbehalten oder würden im Rahmen einer gemeinsamen Entscheidungsfindung zwischen Familien und Ärzten gehandhabt.

Die Verordnung sieht zudem vor, den kombinierten Masern-, Mumps- und Röteln-Impfstoff (MMR) in drei individuelle Injektionen aufzuteilen, die bei verschiedenen Arztterminen verabreicht werden.

Rechtliche Schritte gegen Bundesstaaten

Über die medizinischen Empfehlungen hinaus weist die Durchführungsverordnung den Generalstaatsanwalt an, staatliche Gesetze anzufechten, die nach Ansicht der Regierung im Widerspruch zu Elternrechten, Religionsfreiheit, Schutz von Menschen mit Behinderungen und dem Zugang zu religiösen oder medizinischen Ausnahmen von Impfpflichten stehen.

Schulimpfpflichten bleiben jedoch weitgehend in der Zuständigkeit der Bundesstaaten, was bedeutet, dass die bundesweite Verordnung bestehende staatliche Vorschriften nicht automatisch ändert.

Führende medizinische Organisationen kritisierten die Verordnung kurz nach ihrer Bekanntgabe.

Laut Reuters warnte die American Academy of Pediatrics, dass die Änderungen voraussichtlich Unsicherheit bei Eltern hervorrufen und Kinderimpfungen verzögern werden. Medizinische Experten bekräftigten zudem, dass jahrzehntelange Forschung keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus gefunden hat.

Mehrere Organisationen, darunter die Infectious Diseases Society of America und die National Foundation for Infectious Diseases, argumentierten, dass eine Reduzierung der Routineempfehlungen mehr Kinder anfällig für vermeidbare Krankheiten machen könnte.

Begrenzte unmittelbare Auswirkungen

Obwohl die Durchführungsverordnung einen großen Politikwechsel skizziert, bleiben viele praktische Aspekte vorerst unverändert.

Eltern können weiterhin Impfungen anfordern, die unter die Kategorie der gemeinsamen klinischen Entscheidungsfindung fallen, während das Weiße Haus mitteilte, dass das Programm „Vaccines for Children“ – das berechtigten Familien kostenlose Impfungen bietet – weiterhin in Betrieb bleiben wird.

Große Versicherer, darunter Blue Cross Blue Shield und CVS, gaben zudem an, dass sie weiterhin die von der CDC empfohlenen Kinderimpfungen übernehmen werden, während sie die neue Politik der Regierung prüfen.

Einige Vorschläge können nicht sofort umgesetzt werden. Einzelimpfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln sind in den Vereinigten Staaten derzeit weder zugelassen noch verfügbar, was bedeutet, dass die Empfehlung zur Trennung des MMR-Impfstoffs noch nicht umgesetzt werden kann.

Bundesgesundheitsbeamte sagten, sie würden in den nächsten 90 Tagen mit Herstellern zusammenarbeiten, um potenzielle Optionen zu prüfen.

Die Durchführungsverordnung belebt eine Impfpolitik wieder, die Anfang des Jahres von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. gefördert wurde. Dieser frühere Versuch wurde von einem Bundesgericht gestoppt, bevor er in Kraft treten konnte.

Regierungsbeamte haben argumentiert, dass die Vereinigten Staaten mehr Kinderimpfungen empfehlen als viele vergleichbare Länder. Experten für öffentliche Gesundheit bestreiten diese Darstellung und weisen darauf hin, dass Impfpläne international je nach Krankheitsprävalenz, Gesundheitssystemen und Bevölkerungsbedürfnissen variieren und dass der frühere US-Impfplan weitgehend mit dem mehrerer anderer entwickelter Nationen vergleichbar war.