Ein republikanischer Wähler in Ohio forderte Donald Trump zum Rücktritt auf und entzog dem Abgeordneten Max Miller nach den jüngsten Vorwürfen wegen häuslicher Gewalt seine Unterstützung.
Die jüngsten Turbulenzen innerhalb der Republikanischen Partei haben bei konservativen Wählern in Ohio zu tiefer Frustration geführt.
Der Anwohner Rich Beeby, ein eingetragener Republikaner aus Strongsville, gab am Dienstag im Gespräch mit Journalisten eine scharfe Einschätzung zur Entwicklung der Partei ab.
Auf die Frage, welche direkte Botschaft er Donald Trump jetzt übermitteln würde, hielt sich Beeby laut HuffPost nicht zurück.
Seine direkte Antwort war ein einzelnes Wort: „Rücktritt.“ Er warnte weiter, dass der Präsident „das Land zerstört“.
Unterstützung entzogen
Beeby bestätigte auch, dass er plant, dem Abgeordneten Max Miller bei den anstehenden Zwischenwahlen seine Unterstützung zu entziehen.
Er ist nicht der einzige konservative Wähler vor Ort, der seine Wahlentscheidung nach den jüngsten Ereignissen gründlich überdenkt.
Eine weitere Wählerin aus dem Wahlkreis, Katie Heinz, bestätigte, dass sie ihre bisherige Unterstützung für Miller überdenkt.
Die Vorwürfe häuslicher Gewalt rund um den Abgeordneten haben es ihr schwer gemacht, weiterhin zu ihm zu stehen.
Sie betonte, dass persönliche Kontroversen von der Gesetzgebungsarbeit ablenken und letztlich den Interessen der Wähler schaden, berichtet HuffPost.
Skandale häufen sich
Laut HuffPost fällt der Stimmungswandel zusammen mit erheblichen rechtlichen und persönlichen Problemen, mit denen Miller konfrontiert ist.
Die Vorwürfe stammen von seiner Ex-Frau Emily Moreno, die angibt, dass er sowohl sie als auch ihre zweijährige Tochter körperlicher und seelischer Gewalt ausgesetzt habe.
In einem jüngsten Gerichtsantrag beschuldigt Moreno ihn außerdem, widerrechtlich ein unangemessenes Foto ihrer Tochter verbreitet zu haben.
Die Lage hat sich zugespitzt, nachdem der Ethikausschuss des Repräsentantenhauses eine offizielle Untersuchung der Beschuldigungen gegen ihn eingeleitet hat.
Miller bestreitet weiterhin alle Anschuldigungen gegen ihn. Wählerinnen wie Heinz befürchten jedoch, dass anhaltende persönliche Auseinandersetzungen gewählte Amtsträger daran hindern, Ergebnisse zu liefern, was eine effektive Regierungsarbeit nahezu unmöglich mache, wenn das Privatleben die täglichen Pflichten beeinträchtigt.
Ein Rennen in Gefahr
Die Kontroverse droht nun zu einem ernsthaften Problem bei den Wahlen für die Republikaner zu werden.
Laut Axios warnte Donald Trump Miller persönlich davor, dass seine Wiederwahl schwierig aussehe, obwohl Miller dem Präsidenten mitteilte, dass er im Rennen bleiben wolle.
Der Republikaner aus Ohio strebt eine weitere Amtszeit im 7. Kongresswahlbezirk an, wo das zunehmend umkämpfte Rennen den Demokraten die Gelegenheit bieten könnte, einen Sitz zu gewinnen, den die Republikaner eigentlich fest eingeplant hatten.