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Überraschende daten zeigen Russlands langsamsten vormarsch seit fast zwei jahren

Putin
Gil Corzo / Shutterstock.com

Russland verzeichnete im Februar seinen langsamsten monatlichen Vormarsch an der ukrainischen Front seit nahezu zwei Jahren, wie eine Analyse der Agence France-Presse auf Grundlage von Daten des Institute for the Study of War ergab.

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Russische Streitkräfte rückten im Laufe des Monats um 123 Quadratkilometer vor – der geringste Gebietsgewinn seit April 2024, wie die Analyse ergab.

Der Guardian berichtete, dass die Verlangsamung mit Behauptungen zusammenfiel, wonach russische Frontverbände beeinträchtigt worden seien, nachdem sie den Zugang zu Starlink-Internetterminals verloren hätten. Ein direkter ursächlicher Zusammenhang wurde jedoch nicht festgestellt.

Fortschritte im Süden für Kyjiw

Dieselben Daten zeigten, dass ukrainische Streitkräfte im Februar mehrere lokale Geländegewinne erzielten, darunter einen Vorstoß um 61 Quadratkilometer am 15. Februar sowie zusätzliche Gewinne von jeweils mehr als 50 Quadratkilometern am 21. und 23. Februar.

Die sichtbarsten Erfolge Kyjiws lagen entlang der Südfront, insbesondere in Gebieten der Oblast Dnipropetrowsk.

Unterdessen setzten russische Truppen ihren Vormarsch in Richtung Kramatorsk und Slowjansk in der Oblast Donezk fort. Laut The Guardian kontrolliert Russland derzeit etwas mehr als 19 % des ukrainischen Staatsgebiets.

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Energieinfrastruktur im Visier

Russlands Ölladehafen Scheschcharis in Noworossijsk stellte nach einem ukrainischen Drohnenangriff die Verladungen ein, wie Reuters berichtete und vom Guardian zitiert wurde.

Das Terminal ist ein bedeutendes Exportdrehkreuz am Schwarzen Meer und wickelt rund 700.000 Barrel Rohöl pro Tag ab.

Der ukrainische Sicherheitsdienst erklärte, Drohnen hätten sechs von sieben Verladeanlagen getroffen und zudem russische Kriegsschiffe sowie ein S-400-Luftverteidigungssystem ins Visier genommen. Russland meldete keine militärischen Schäden, und Reuters erklärte, die Angaben nicht unabhängig überprüfen zu können.

Zivile Opfer gemeldet

Ukrainische Behörden teilten mit, dass bei russischen Angriffen am Montag mindestens acht Menschen getötet wurden.

Drei Menschen seien in Kramatorsk ums Leben gekommen, zwei weitere in Druschkiwka in der Region Donezk. Zu den Todesopfern gehörten nach Angaben der Behörden auch Opfer eines Angriffs auf einen zivilen Personenzug.

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Diplomatie und Finanzen

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, von den USA vermittelte Gespräche, die später in dieser Woche erwartet werden, könnten in der Schweiz oder in der Türkei stattfinden, falls ein geplantes Treffen in Abu Dhabi aufgrund der Spannungen im Nahen Osten gestört werde.

Separat teilte die ukrainische Premierministerin Julija Swyrydenko mit, dass die Ukraine 1,5 Milliarden US-Dollar als erste Tranche eines vierjährigen erweiterten Fondsprogramms des Internationalen Währungsfonds erhalten habe.

Quellen: The Guardian, Agence France-Presse, Reuters