Abgeordnete erklären, dass Whistleblower ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Behandlung von Ghislaine Maxwell hinter Gittern geäußert haben, was Forderungen nach einer bundesweiten Untersuchung ausgelöst hat.
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Das Bundesgefängnislager in Bryan, Texas, ist eine Haftanstalt mit niedriger Sicherheitsstufe, die für nicht gewalttätige Straftäter ausgelegt ist. Es wird ohne äußere Umzäunung betrieben und verfügt über weniger Kontrollen als Gefängnisse mit höherem Sicherheitsniveau.
Wie mehr als 40 ähnliche Lager im gesamten föderalen System stützt es sich stark auf die Aufsicht durch das Personal und interne Meldemechanismen statt auf physische Sicherheitsmaßnahmen.
Diese Struktur steht nun unter genauerer Beobachtung. In einem Schreiben, das Ende Januar an den Generalinspekteur des US-Justizministeriums gerichtet wurde, erklärten die demokratischen Kongressabgeordneten Jamie Raskin und Robert Garcia, sie hätten Informationen von mehr als einem Dutzend Personen erhalten, die mit den Abläufen in der Einrichtung in Bryan vertraut sind. Dies habe sie dazu veranlasst, eine unabhängige Überprüfung zu beantragen.
Interne Beschwerden führen zur Einschaltung der Aufsicht
Laut dem Schreiben äußerten die Hinweisgeber Bedenken hinsichtlich des Verhaltens von Mitarbeitern und institutioneller Praktiken, darunter auch Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens unter Beteiligung von Insassen.
Raskin und Garcia schrieben, die Übereinstimmung der Berichte deute eher auf mögliche systemische Schwächen als auf vereinzelte Vorfälle hin.
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Die Abgeordneten forderten den Generalinspekteur auf zu prüfen, ob Gefängnisverantwortliche gegen Bundesrecht verstoßen, auf mutmaßlichen Missbrauch unangemessen reagiert oder versucht haben, externe Überprüfungen der Einrichtung zu beschränken.
An den Generalinspekteur weitergeleitete Hinweise werden in der Regel anhand von Glaubwürdigkeit, Umfang und möglicher rechtlicher Relevanz bewertet, bevor eine formelle Untersuchung eingeleitet wird.
Das Justizministerium lehnte es laut The Daily Express ab, sich dazu zu äußern, ob die Anfrage zu einer Untersuchung führen werde. Überprüfungen durch den Generalinspekteur dauern, wenn sie eingeleitet werden, häufig mehrere Monate und führen nicht immer zu öffentlichen Ergebnissen.
Eine direkte Einbindung des Kongresses in den Gefängnisbetrieb ist vergleichsweise selten. Abgeordnete verlassen sich üblicherweise auf interne Kontrollsysteme, Gerichte und Aufsichtsbehörden, um Missstände zu beheben, und greifen nur dann ein, wenn sie der Ansicht sind, dass bestehende Kontrollmechanismen nicht wirksam funktionieren.
Prominente Insassin rückt breitere Probleme in den Fokus
In dem Lager in Bryan ist Ghislaine Maxwell inhaftiert, die eine 20-jährige Haftstrafe wegen Sexualdelikten im Zusammenhang mit Menschenhandel mit Verbindungen zu Jeffrey Epstein verbüßt.
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Auch wenn Maxwell in dem Schreiben nicht als Gegenstand der mutmaßlichen Verfehlungen genannt wird, hat ihre Anwesenheit die öffentliche und politische Aufmerksamkeit auf die Einrichtung verstärkt.
In ihrem Brief schrieben Raskin und Garcia, Insassen seien angeblich davor gewarnt worden, dass Kontakte zur Presse zu Verlegungen in weit entfernte gemischtgeschlechtliche Haftanstalten führen könnten. Sie beriefen sich dabei auf Berichte von Personen mit Kenntnis der Gefängnisabläufe.
Im Rahmen ihrer Aufsichtstätigkeit erklärten die Abgeordneten, sie bemühten sich um eine Genehmigung, Maxwell befragen zu dürfen. Laut dem Schreiben argumentieren sie, dass eine direkte Aussage helfen könne zu klären, wie Gefängnisbeamte auf interne Beschwerden reagieren und ob Vorwürfe ungleicher Behandlung ausreichend geprüft wurden.
Maxwells Anwalt hat den Vorstoß aus dem Kongress kritisiert und argumentiert, äußerer Druck berge die Gefahr, das Gefängnismanagement zu politisieren.
Der Generalinspekteur hat bislang nicht mitgeteilt, ob eine formelle Untersuchung eingeleitet wird. Damit bleiben Fragen offen, wie – und wie schnell – Vorwürfe aus dem Inneren föderaler Gefängnislager geprüft werden, wenn sie den Kongress erreichen.
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Quellen: Kongresskorrespondenz; Stellungnahmen des Justizministeriums; Daily Express