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US-Benzinpreise steigen über 3 Dollar, da die Spannungen im Nahen Osten zunehmen

US-Benzinpreise steigen über 3 Dollar, da die Spannungen im Nahen Osten zunehmen
Retouch man/shutterstock.com

Autofahrer in den gesamten Vereinigten Staaten zahlen mehr für Kraftstoff, da die Volatilität auf den globalen Energiemärkten zunimmt. Der Anstieg setzt die Haushaltsbudgets in einer Zeit erhöhter geopolitischer Unsicherheit zusätzlich unter Druck.

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Die Benzinpreise in den Vereinigten Staaten waren bereits vor der jüngsten Eskalation im Nahen Osten gestiegen. Raffinerien stellten auf Sommerbenzin um, eine nach Umweltvorschriften vorgeschriebene Mischung, die teurer in der Herstellung ist. Dieser saisonale Wechsel hat laut Reuters dazu beigetragen, die Preise an den Zapfsäulen vier Wochen in Folge nach oben zu treiben.

Nun hat der landesweite Durchschnitt erstmals seit November die Marke von 3 Dollar pro Gallone überschritten, berichtete Reuters am Montag unter Berufung auf Einzelhandelsdaten von OPIS. Die letzte längere Phase deutlich über diesem Niveau gab es während der Energiepreisspitze im Jahr 2022 nach Russlands Invasion in der Ukraine, als die Preise über 4 Dollar kletterten. Im Vergleich zu jener Episode fällt dieser Anstieg moderater aus — er kommt jedoch zu einem politisch sensiblen Zeitpunkt.

Der neue Aufwärtsdruck steht im Zusammenhang mit eskalierenden militärischen Aktionen unter Beteiligung der Vereinigten Staaten, Israels und Irans. Teherans Vergeltung hat Energieinfrastruktur in Teilen der Region beeinträchtigt und die Schifffahrt durch die Straße von Hormus, eine zentrale Lebensader für die globalen Ölströme, bedroht. Die Nordseesorte Brent stieg im jüngsten Handel um mehr als 5 Prozent auf nahezu 77 Dollar pro Barrel. Wenn sich der Ölpreis stark bewegt, folgen die Benzinpreise im Einzelhandel in der Regel.

Eine bekannte Marktregel — und politisches Risiko

Energiehändler verweisen häufig auf eine Faustregel: Ein Anstieg des Rohölpreises um 10 Dollar führt tendenziell zu einem Plus von rund 25 Cent pro Gallone an der Zapfsäule. Analysten bekräftigten diese Einschätzung in dieser Woche, warnten jedoch, dass Raffinerieausfälle oder Engpässe im Schiffsverkehr die Auswirkungen verstärken können.

Daten von OPIS zeigen, dass der US-Durchschnitt gerade über die Marke von 3 Dollar gestiegen ist. Tom Kloza, leitender Berater beim Kraftstoffanbieter Gulf Oil, sagte Reuters, er rechne damit, dass die Preise kurzfristig etwa 3,25 Dollar pro Gallone erreichen könnten, falls die aktuellen Bedingungen anhalten. Diese Prognose sei seine Einschätzung auf Grundlage der derzeitigen Trends an den Großhandels- und Rohölmärkten.

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Für das Weiße Haus ist die öffentliche Wahrnehmung entscheidend. Eine Umfrage von Reuters/Ipsos ergab, dass fast die Hälfte der Befragten angab, sie würde Präsident Donald Trumps Kurs gegenüber Iran weniger unterstützen, sollten die Öl- und Benzinpreise in den USA steigen.

„Benzinpreise haben eine starke psychologische Wirkung“, sagte Mark Malek, Chief Investment Officer bei Siebert Financial, der Nachrichtenagentur. „Sie sind die Inflationszahl, die Verbraucher jeden einzelnen Tag sehen.“

Verbraucher behalten die Zahlen im Blick

Im Gegensatz zu umfassenderen Wirtschaftsdaten sind Kraftstoffpreise in Echtzeit auf den Anzeigetafeln der Tankstellen sichtbar. Selbst kleine Anstiege erregen Aufmerksamkeit.

Patrick De Haan, Analyst bei GasBuddy, sagte: „In der kommenden Woche dürften die Benzinpreise einem verstärkten Aufwärtsdruck ausgesetzt sein, da sich die saisonalen Trends fortsetzen und die Märkte sich in dieser sich wandelnden geopolitischen Lage orientieren.“

Dieser Ausblick hängt davon ab, wie lange die Rohölpreise erhöht bleiben und ob sich Angebotsstörungen verschärfen. Vorerst sehen Autofahrer in den gesamten USA steigende Kosten an der Zapfsäule.

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Quellen: Reuters; OPIS-Preisdaten; GasBuddy