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US-Verbraucher finanzieren KI-Stromnetzausbau über höhere Rechnungen

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Millionen von Amerikanern helfen, große Stromprojekte zu finanzieren, bevor diese überhaupt gebaut sind, da Versorgungsunternehmen darum wetteifern, die Stromnetze auszubauen, um den steigenden Bedarf von künstlicher Intelligenz und Rechenzentren zu decken, laut einer Reuters-Untersuchung.

Die Untersuchung ergab, dass Regulierungsbehörden in den gesamten Vereinigten Staaten Versorgungsunternehmen zunehmend erlauben, Baukosten direkt über höhere Stromrechnungen an die Kunden weiterzugeben, berichtet Reuters.

Steigende Energiebelastung

Reuters berichtete, dass mehr als 40 US-Bundesstaaten nun eine Form der Politik „Construction Work In Progress“ (Bauarbeiten im Gange) erlauben, bekannt als CWIP, die es Versorgungsunternehmen ermöglicht, Infrastrukturkosten während des Baus und nicht erst nach Fertigstellung zu decken.

Vor einem Jahrzehnt nutzten weniger als 20 Bundesstaaten ähnliche Maßnahmen, laut einer von Reuters zitierten Studie des Beratungsunternehmens The Brattle Group.

Befürworter sagen, das System helfe Versorgungsunternehmen, Finanzierungen günstiger zu sichern und dringend benötigte Modernisierungen alternder Netze zu beschleunigen, die durch Rechenzentren und den steigenden Strombedarf belastet sind.

Kritiker argumentieren jedoch, Haushalte und Unternehmen würden gezwungen, finanzielle Risiken für Projekte zu tragen, die möglicherweise nie die versprochenen Vorteile liefern.

„All dies verschiebt das finanzielle Risiko auf den Gebührenzahler“, sagte Paul Cicio, Präsident der Industrial Energy Consumers of America, gegenüber Reuters.

Spannungen um Rechenzentren

Der Reuters-Bericht hob auch zunehmende Umweltstreitigkeiten hervor, die mit der raschen Expansion der globalen Rechenzentrumsinfrastruktur verbunden sind.

In Chile genehmigten Umweltbehörden Pläne von Amazon Web Services zum Bau eines großen Rechenzentrumskomplexes in der Nähe von Santiago, trotz Einwänden von Anwohnern.

Gemeinschaftsgruppen argumentierten, das Projekt könnte Naturschutzgebiete und Wasserressourcen bedrohen und möglicherweise den Bau einer Hochspannungsleitung in den Andenausläufern erfordern.

Die Behörden entschieden im April, dass jeder zukünftige Stromleitungsvorschlag einer separaten Umweltprüfung bedürfe, wodurch das AWS-Projekt fortgesetzt werden konnte.

Amazon Web Services erklärte, die Anlage sei darauf ausgelegt, den Energie- und Wasserverbrauch zu minimieren, wobei sie chilenische Umweltstandards erfülle.

Klimadruck

Experten sagten Reuters, Regierungen stünden unter zunehmendem Druck, Investitionen in digitale Infrastruktur mit Umwelt- und sozialen Belangen in Einklang zu bringen.

Sebastian Diaz, ein ehemaliger Berater für Chiles nationale Rechenzentrumsstrategie, sagte, das Land sei für Technologieunternehmen sehr attraktiv geworden, warnte jedoch, dass das Wachstum sorgfältig gemanagt werden müsse.

Unterdessen sagen Energieanalysten, Flugemissionen, klimabedingte Waldbrände und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen würden die globalen Nachhaltigkeitsziele weiterhin erschweren.

Reuters berichtete auch über erneute Besorgnis unter Wissenschaftlern über sich verschärfende Klimaextreme, während sich die El-Niño-Wetterbedingungen verstärken und die Temperaturen weltweit weiter ansteigen.

Quellen: Reuters, Transport & Environment, The Brattle Group