Wenn eisige Temperaturen nahen, wird die Sicherheit zu einem dringenden Wettlauf gegen die Zeit.
Die Luftverteidigungsnetze in ganz Osteuropa bereiten sich auf kalte Witterung und verstärkten Druck von oben vor. Doch die Beschaffung der fortschrittlichen Militärtechnologie, die zum Schutz von Städten erforderlich ist, ist selten ein schneller Prozess, berichtet The Kyiv Independent.
Warten auf Washington
Die Ukraine wird voraussichtlich kein Abkommen mit Washington über den lokalen Bau von Patriot-Abfangraketen vor Winterbeginn abschließen. Laut The Kyiv Independent bestätigte der US-Botschafter bei der NATO, Matthew Whitaker, die Verzögerung in einem am 3. August ausgestrahlten Interview mit Fox News.
Zur langfristigen Produktionsplanung erklärte Whitaker: „Ein langfristiges Produktionsabkommen wird vor diesem Winter nicht abgeschlossen werden. Wir werden also weiter daran arbeiten“, wobei er anmerkte, dass hochmoderne PAC-3-Abfangraketen weiterhin strengen Exportregeln unterliegen.
Der Diplomat erläuterte diese rechtlichen Beschränkungen deutlich und sagte: „Wir erlauben niemandem außer US-Herstellern, diese in den Vereinigten Staaten zu produzieren.“ Er fügte jedoch hinzu, dass Washington aktiv eine breitere Verteidigungskooperation mit europäischen Verbündeten prüfe.
Kurzfristige Lösungen finden
Mit Blick auf umfassendere Fertigungspartnerschaften erwähnte Whitaker: „Es gibt Möglichkeiten zur Co-Produktion, die wir mit den Ukrainern, die wir mit den Europäern umsetzen können, um die industrielle Basis zu stärken und die Verteidigung der Ukraine und die Verteidigung Europas zu unterstützen“, wobei er zukünftige Produktionsoptionen hervorhob.
Bis langfristige Abkommen zustande kommen, konzentrieren sich amerikanische Beamte darauf, lebenswichtige Luftverteidigungssysteme „so schnell wie möglich“ in Stellung zu bringen, sei es durch Notlieferungen von Verbündeten mit überschüssigen Beständen oder durch eine gesteigerte Produktion in amerikanischen Fabriken.
Diese Äußerungen folgen gemischten Signalen aus dem Weißen Haus bezüglich Lizenzen für sensible Technologien. Während Präsident Donald Trump auf einem NATO-Gipfel am 8. Juli andeutete, Washington werde eine Produktionslizenz erteilen, bezeichnete er dies am 31. Juli später als „einen großen Schritt“ aufgrund von Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Weitergabe militärischer Geheimnisse.
Diese hochmodernen Abfangraketen bieten die einzige bewährte Verteidigung gegen ankommende russische ballistische Raketen, die Moskau bei jüngsten groß angelegten Angriffen mit zunehmender Häufigkeit abgefeuert hat. Angesichts der nahenden kalten Witterung drängt Kiew weiterhin westliche Partner, umgehend weitere Flugabwehrbatterien zu entsenden.
Quellen: Kyiv Independent, Fox News