Während die Diskussionen über die Kriegsbereitschaft lauter werden, rückt weniger die Militärpolitik als vielmehr der öffentliche Widerstand in den Fokus. Umfragen deuten darauf hin, dass viele junge Menschen selbst unter extremen Umständen nicht bereit sind zu kämpfen.
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Diese Zurückhaltung hat die Debatte über die Wehrpflicht neu geprägt – eine Idee, von der Minister betonen, dass sie nicht zur Diskussion steht.
Zurückhaltung zu kämpfen
Eine YouGov-Umfrage ergab, dass 38 Prozent der unter 40-Jährigen angaben, den Dienst zu verweigern, falls ein Dritter Weltkrieg ausbrechen sollte. Dreißig Prozent erklärten, sie würden selbst dann nicht kämpfen, wenn Großbritannien vor einer „unmittelbaren Invasion“ stünde.
Die Ergebnisse verdeutlichen eine deutliche Kluft zwischen historischen Erwartungen an den Dienst und den heutigen Einstellungen der Bevölkerung, insbesondere unter jüngeren Generationen.
Trotz dieser Zahlen hat die Regierung versucht, Befürchtungen über eine mögliche Rückkehr des verpflichtenden Dienstes herunterzuspielen, berichtet LADbible.
Position der Regierung
Keir Starmer sagte im März, dass „niemand über Wehrpflicht spricht“, und betonte, dass diese Idee von seiner Regierung nicht in Betracht gezogen werde.
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Stattdessen habe er sich verpflichtet, die Ausgaben für die nationale Sicherheit in den kommenden zehn Jahren auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, und bezeichnete dies als eine Investition „wie seit 1945 nicht mehr“.
Hochrangige Militärvertreter haben diese Haltung bestätigt, zugleich jedoch auf die zunehmende Instabilität im Ausland hingewiesen.
Militärischer Druck
Sir Richard Knighton, Chef des Verteidigungsstabs, sagte, er „könne sich nicht vorstellen, dass die Wehrpflicht kurzfristig zurückkehrt“, und bestätigte, es gebe „keine Pläne“, sie einzuführen.
Zugleich warnte er, dass „sich die weltweite Lage sehr deutlich verschlechtern könnte“, eine Aussage, die öffentliche Spekulationen weiter angeheizt hat.
Auch die schrumpfende Zahl ausgebildeter Soldaten in Großbritannien hat bei Verteidigungsexperten Sorgen über die Einsatzbereitschaft für einen großangelegten Konflikt ausgelöst, so LADbible.
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Was Wehrpflicht bedeutet
Die Wehrpflicht wird in der Regel eingeführt, wenn die Streitkräfte nicht genügend Freiwillige rekrutieren können. Im Vereinigten Königreich wurde sie erstmals vor dem Zweiten Weltkrieg eingeführt und galt zunächst für alleinstehende Männer im Alter von 20 bis 22 Jahren.
Während des Krieges wurde die Regelung ausgeweitet, wobei Ausnahmen für Personen galten, die als medizinisch untauglich eingestuft wurden oder in wichtigen zivilen Berufen arbeiteten.
Weiterer globaler Kontext
Der erneute Fokus erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender internationaler Spannungen. Die Konflikte zwischen Russland und der Ukraine sowie zwischen Israel und Palästina bleiben ungelöst.
Die EU hat zudem russische Vermögenswerte im Wert von 184 Milliarden Pfund eingefroren, während die Friedensgespräche zwischen Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin weiterhin festgefahren sind.
Quellen: LADBIBLE, YouGov