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Visumskampf um 7.200 Euro: Mann lebt im Auto, um in Australien bleiben zu können

Jonny Gbla
Credit: Jonny Gbla

Der Versuch eines Mannes, im Land zu bleiben, hat seine Wohnsituation, seine Finanzen und seinen Alltag grundlegend verändert. Das Warten hat den Einwanderungsprozess zu einer täglichen Belastung gemacht.

Ein britischer Migrant in Melbourne berichtet, dass er in einem Nähatelier geschlafen hat, während er versucht, die Kosten für seinen Verbleib in Australien zu stemmen.

Laut Yahoo News Australia beantragte Jonny Gbla, ein 29-jähriger Podologe aus Großbritannien, Ende vergangenen Jahres ein Fachkräftevisum. Sein derzeitiges Visum läuft im November ab, und nach eigenen Angaben hat er bislang keine Antwort von den australischen Behörden erhalten.

Die Verzögerung betrifft weit mehr als nur den bürokratischen Aufwand. Gbla sagt, sie habe beeinflusst, wo er schläft, wie er sein Geld ausgibt und ob er an dem Leben festhalten kann, das er sich in fünf Jahren im Land aufgebaut hat:

„Ich hänge in der Schwebe.“

Gbla kam nach seinem Universitätsabschluss zunächst mit einem Working-Holiday-Visum nach Australien. Später zog er von Queensland nach Melbourne, wo er eine Vollzeitstelle fand, eine Beziehung einging und begann, online Inhalte über Mode und Essen zu erstellen.

Auf das Nötigste reduziertes Leben

Um die Visumskosten zusätzlich zu Miete und alltäglichen Ausgaben tragen zu können, vermietete Gbla nach eigenen Angaben sein Zimmer in Windsor unter und begann, seine Nächte zwischen der Wohnung seiner Freundin und einem Nähatelier aufzuteilen, das er in Brunswick gemietet hat.

Er sagt, dass er dort auf einer Luftmatratze schläft, einen Großteil seiner Kleidung in seinem Auto aufbewahrt und seine Wäsche bei der Arbeit wäscht. Die Situation beschreibt er als kalt und unbequem.

Gegenüber Yahoo News Australia erklärte er, dass ihn der Prozess über mehrere Jahre hinweg mindestens rund 7.200 Euro gekostet habe. Darin enthalten seien Visumanträge, medizinische Untersuchungen, polizeiliche Führungszeugnisse und Englischtests. Mit der Unterstützung eines Einwanderungsberaters wären die Kosten nach seinen Angaben deutlich höher ausgefallen.

„Diese Visa sind verdammt teuer“, sagte er.

Die Kosten hätten auch sein Privatleben beeinträchtigt. Gbla sagt, dass er seine Nichten und Neffen seit fünf Jahren nicht gesehen habe, unter anderem weil Geld, das er für Reisen hätte ausgeben können, stattdessen für Einwanderungsgebühren verwendet wurde.

Australiens System für qualifizierte Zuwanderung kann von Antragstellern verlangen, mehrere Prüfungen, Tests und Anträge zu bezahlen, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Für Inhaber befristeter Visa kann diese Unsicherheit die Planung von Wohnsituation, Arbeit und Familienleben erheblich erschweren.

Trotz der Belastung möchte Gbla das Land, in dem er einen großen Teil seines Erwachsenenlebens verbracht hat, nicht verlassen.

„Das ist mein Zuhause.“

Quellen: Yahoo News Australia