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Volkswagen beschließt weiteren Abbau von 50.000 Stellen und stellt vier deutsche Werke infrage

Volkswagen
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Durch die neuen Stellenstreichungen steigt der insgesamt geplante Stellenabbau bis 2030 auf 100.000.

Der Vorstand des Volkswagen-Konzerns hat den „Zukunftsplan 2030“ beschlossen und damit die zuvor geplanten Stellenstreichungen auf weltweit rund 100.000 Positionen verdoppelt.

Der Aufsichtsrat des Unternehmens hat das Paket am 3. September 2026 einstimmig gebilligt. Es sieht den Abbau von rund 50.000 Stellen bei einer weltweiten Belegschaft von etwa 650.000 Beschäftigten sowie eine Straffung des Modellportfolios des Konzerns um rund 50 Prozent bis 2035 vor.

Dies kommt zu den rund 50.000 Entlassungen hinzu, die bereits im Rahmen eines früheren Programms vereinbart wurden.

Es betrifft jede Marke des Volkswagen-Konzerns, jedes europäische Werk und einen Großteil dessen, was Kunden als VW-Autohaus kennen.

Der Vorstand lehnte es zudem ab, künftige Produktionsbelegungen für vier deutsche Werke zu garantieren: Emden, Zwickau, Hannover und den Audi-Standort Neckarsulm.

Laut eigener Mitteilung des Konzerns soll bis Ende Juni 2027 eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktionsstruktur für diese Standorte erarbeitet werden.

Warum die Einschnitte so tief sind

Volkswagen erklärt, dass die europäischen Werke jährlich über 500.000 Fahrzeuge mehr bauen können, als der Markt aufnimmt.

Der Plan 2030 zielt auf einen Jahresabsatz von 9 Millionen Fahrzeugen und eine operative Rendite von 9 Prozent ab – was einem operativen Ergebnis von rund 31 Milliarden Euro entspricht –, zusammen mit Investitionen und Forschungsausgaben von 135 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2027 bis 2031.

CEO Oliver Blume ordnete die Abstimmung als gemeinsame Entscheidung ein. „Der Aufsichtsrat hat den heute vorgelegten Zukunftsplan des Vorstands einstimmig beschlossen. Das ist ein starkes Signal für die Zukunft des Volkswagen-Konzerns“, sagte er in der Pressemitteilung des Unternehmens. Der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch erklärte, die Transformation werde „mit voller Kraft vorangetrieben“.

Unterstützung der Gewerkschaft, mit einem Warnschuss

Der Plan passierte das Gremium erst, nachdem die IG Metall, Deutschlands größte Industriegewerkschaft, und der Gesamtbetriebsrat zugestimmt hatten. Die Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo nannte ihn „eine Notwendigkeit, um unseren Konzern erfolgreich in das nächste Jahrzehnt zu führen, ohne die Last dieser Transformation allein auf die Beschäftigten zu verlagern“.

Die Gewerkschaftsseite schwächte ihre kritische Haltung zum Zustandekommen des Plans jedoch nicht ab. IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Cavallo erklärten laut einem Bericht von CleanTechnica in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass „der konfrontative Kurs und die Kommunikation des Vorstands in den letzten Wochen nicht konstruktiv waren“.

Volkswagen hat bislang noch keinen Zeitplan für die einzelnen Standorte bezüglich des Abbaus der weiteren 50.000 Stellen veröffentlicht.

Der nächste feste Termin im Kalender ist der 30. Juni 2027 – die Frist für den Konzern, einen tragfähigen Produktionsplan für Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm vorzulegen.

Die Werke und die Modelle auf dem Prüfstand

Die vier Standorte fertigen zusammen einen Großteil der Elektroflotte von Volkswagen. Emden montiert den ID.4 und die Limousine ID.7, Hannover baut den Elektro-Van ID.Buzz und Neckarsulm montiert den Audi e-tron GT. Zwickau, das vor einigen Jahren als Herzstück von Volkswagens Post-Diesel-Identität in einen reinen Elektrostandort umgewandelt wurde, baut ebenfalls den ID.4.

Die bestehenden Produktionsbelegungen an den vier Standorten laufen zwischen 2031 und 2034 aus, und der Vorstand hat sich nicht verpflichtet, diese zu verlängern.

Diese Entscheidung stellt die E-Mobilitäts-Erfolgsgeschichte von Volkswagen in ein neues Licht: Dasselbe Werk in Zwickau, das die elektrische Wende des Konzerns verankerte, gehört nun zu den vier Standorten in Deutschland ohne zugesagtes Fahrzeug nach Ablauf des aktuellen Zyklus.