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Weltbekannter Schriftsteller über die USA: „Ich denke, jetzt ist jeder in Gefahr“

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Er kritisierte auch scharf „jene, die autoritäre Macht ausüben“.

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Das Gefühl der Gefahr in den Vereinigten Staaten hat sich laut dem Schriftsteller Salman Rushdie, der die Kosten von Gewalt aus eigener Erfahrung kennt, weit über vereinzelte Vorfälle hinaus ausgebreitet.

Im Gespräch mit AFP beim Sundance Film Festival sprach der Autor über das, was er als eine beunruhigende Verschiebung in der amerikanischen Gesellschaft wahrnimmt.

Der 78-jährige britisch-amerikanische Autor sagte, Gewalt fühle sich für viele Amerikaner inzwischen sehr nah an. „Ich denke, jetzt ist jeder in Gefahr“, sagte Rushdie.

Er fügte hinzu, dass „die Vorstellung von Gefahr und Gewalt nun jedem in diesem Land nahe ist“.

Kultur unter Bedrohung

Rushdie beschrieb die Gewalt als Teil von „etwas Größerem“ und kritisierte das, was er als Angriffe bezeichnete, die von Manipulation und Ignoranz getrieben seien.

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„Für diejenigen, die autoritäre Macht ausüben, ist Kultur der Feind“, sagte er gegenüber AFP.

Er verwies auf Journalismus, Universitäten, Musik und Literatur als häufige Ziele und fügte hinzu, dass „die Unkultivierten, die Unwissenden und die Radikalen dies nicht mögen und dagegen vorgehen“.

Angriff und Folgen

Rushdie nahm an der Premiere von Knife: The Attempted Murder of Salman Rushdie teil, einer Dokumentation nach seinen Memoiren Knife. Das Buch schildert den Messerangriff im August 2022 während einer literarischen Veranstaltung, bei dem er auf einem Auge erblindete.

Der Angreifer, der Rushdie beschuldigte, „den Islam anzugreifen“, ließ sich von dem Roman Die satanischen Verse des Autors inspirieren, der 1989 dazu führte, dass iranische Behörden ein Todesurteil gegen Rushdie verhängten.

Der Angreifer wurde im vergangenen Jahr in den Vereinigten Staaten zu 25 Jahren Haft verurteilt.

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Rushdie sagte, der Angriff auf ihn dürfe nicht isoliert betrachtet werden. Für ihn spiegle er ein breiteres Muster der Feindseligkeit gegenüber Kultur und freier Meinungsäußerung wider.

Rushdie merkte an, dass Knife nicht als direkte Reaktion auf die aktuelle Politik gedacht gewesen sei. Dennoch räumte er dessen zeitliche Einordnung ein.

Das Sundance Film Festival läuft noch bis zum 1. Februar.

Quellen: AFP, Agerpres, France24

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