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Wissenschaftler warnen, dass verborgene Wärme in den Ozeanen Auswirkungen über Jahrhunderte haben könnte

Ocean
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Ein wachsendes Ungleichgewicht in der Energiebilanz sorgt für neue Besorgnis über die langfristige Zukunft des Planeten. Experten sagen, dass die Erde inzwischen mehr Wärme speichert, als sie abgibt, wodurch sich eine Anhäufung bildet, die das Klima über Generationen hinweg prägen könnte.

Laut Dr News unter Berufung auf einen neuen Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat dieses Ungleichgewicht inzwischen den extremsten Stand seit Beginn moderner Messungen erreicht.

Gespeicherte Wärme

Im Zentrum steht die Energiebilanz der Erde, die die eingehende Energie der Sonne mit der ins All abgestrahlten Wärme vergleicht.

In einem stabilen System sind diese Werte in etwa ausgeglichen. Doch Treibhausgase verhindern, dass Wärme entweicht, wodurch sich kontinuierlich Energie ansammelt.

Forscher sagen, dass mehr als 90 Prozent dieser überschüssigen Wärme von den Weltmeeren aufgenommen wird und effektiv unter der Oberfläche gespeichert bleibt.

Erwärmung der Ozeane

Wissenschaftler warnen, dass diese enorme Wärmespeicherung langfristige Folgen hat.

Professor Jens Hesselbjerg Christensen von der Universität Kopenhagen sagte: „Es ist sehr viel Wärme in den Ozeanen gespeichert. Und die Ozeane können diese Wärme auch wieder freisetzen.“

Er fügte hinzu: „Wir werden sie daher über Jahrhunderte hinweg nicht einfach wieder reduzieren können“, und verwies auf die langsame Reaktion des Klimasystems.

Langfristige Auswirkungen

Da die Ozeane Wärme nur allmählich freisetzen, werden die Auswirkungen der heutigen Emissionen voraussichtlich noch lange in der Zukunft spürbar sein.

Das bedeutet, dass sich die globalen Temperaturen selbst bei einem sofortigen Stopp der Treibhausgasemissionen nur sehr langsam stabilisieren würden.

Die WMO berichtete zudem, dass der Zeitraum von 2015 bis 2025 die wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen umfasst, was das Ausmaß der aktuellen Erwärmung unterstreicht.

Ein neuer Maßstab

Erstmals hebt der WMO-Bericht die Energiebilanz als einen zentralen Klimaindikator hervor.

Wissenschaftler sagen, dass dieser Ansatz ein klareres Bild liefert als die Temperatur allein, die je nach Region und Zeitraum stark schwanken kann.

Professorin Katherine Richardson erklärte, dass die eingehende Energie konstant bleibe, während weniger Wärme die Erde verlasse – was zwangsläufig zur Erwärmung führe.

Globale Warnung

Die Ergebnisse haben deutliche Warnungen von internationalen Führungspersönlichkeiten ausgelöst.

UN-Generalsekretär António Guterres sagte: „Der Planet Erde wird über seine Grenzen hinaus belastet. Jeder einzelne zentrale Klimaindikator steht auf Rot.“

Experten betonen, dass die Reduzierung von Treibhausgasemissionen weiterhin der wirksamste Weg ist, das Gleichgewicht wiederherzustellen, während Maßnahmen zur Entfernung von CO₂ aus der Atmosphäre langfristig ebenfalls helfen könnten.

Quellen: Dr News, Weltorganisation für Meteorologie, The Guardian