Ein privater Austausch in den sozialen Medien lenkte erneut unerwünschte Aufmerksamkeit auf das Aussehen einer Politikerin. Der Vorfall ereignete sich nach einer anstrengenden Auslandsreise und veranlasste die Ministerpräsidentin zu einer öffentlichen Reaktion.
Mette Frederiksen, seit 2019 Ministerpräsidentin Dänemarks, sagt, dass ihre Jahre in öffentlichen Ämtern von einem stetigen Strom unaufgeforderter Nachrichten und Kommentare über ihr Aussehen begleitet worden seien.
Laut The Guardian schrieb Frederiksen auf Instagram, Menschen hätten ihre Zähne, ihr dünnes Haar und eine Stelle auf ihrer Nase kritisiert. Andere seien noch weiter gegangen und hätten ihr kosmetische Behandlungen, darunter Botox, empfohlen.
Die jüngste Nachricht erreichte sie nach ihrer Rückkehr von einem Besuch in der Ukraine, wo Luftschutzsirenen geheult hatten. Sie veröffentlichte einen Screenshot des privaten Austauschs, auf dem ein nicht namentlich genannter Schönheitschirurg anbot, „diese kleine Stelle auf deiner Nase zu korrigieren“.
Die Antwort kam umgehend
In dem von Frederiksen veröffentlichten Instagram-Austausch antwortete sie: „Oh nein. Ich bin mit meinem Körper zufrieden – ich brauche wirklich keinen männlichen Schönheitschirurgen, der eine Meinung dazu hat!“
Frederiksen schrieb in demselben Beitrag zudem, dass sie sich nicht zum Aussehen anderer Menschen äußere und sich in ihrem eigenen Körper wohlfühle, während sie sich ihrem 50. Geburtstag nähere.
Auch über die dänische Innenpolitik hinaus ist Frederiksen als prominente Unterstützerin der Ukraine während der russischen Invasion hervorgetreten. Zudem hat sie sich gegen die Ambitionen von Präsident Donald Trump in Bezug auf Grönland ausgesprochen, ein selbstverwaltetes Gebiet innerhalb des dänischen Königreichs.
Ähnliche Nachrichten gab es schon früher
Heartbeats berichtet, dass Frederiksen bereits zuvor Instagram genutzt habe, um feindselige Nachrichten zu zeigen, die sie erhält. Im Jahr 2024 veröffentlichte sie Material, um auf bedrohliche und beleidigende Nachrichten aufmerksam zu machen, die ihr geschickt worden waren.
German
Das Medium verwies außerdem auf die frühere dänische Abgeordnete Johanne Schmidt-Nielsen, die darüber gesprochen hat, dass Frauen in der Politik Kommentare über ihre Kleidung, ihr Aussehen und ihr Verhalten erhalten, mit denen männliche Politiker in der Regel nicht konfrontiert sind.
Heartbeats wies darauf hin, dass Schmidt-Nielsen einst zur Gewinnerin eines Zeitschriftenwettbewerbs gekürt wurde, bei dem Politikerinnen nach ihrem Aussehen bewertet wurden – ein Vorfall, den sie später als Beispiel für den Sexismus bezeichnete, dem Frauen selbst dann begegnen können, wenn sie als gewählte Vertreterinnen beurteilt werden.
Frederiksen erklärte, die Öffentlichkeit könne sich gerne an sie wenden, forderte die Menschen jedoch auf, sich auf wichtigere Themen zu konzentrieren:
„Wenn du mir schreiben willst (und das darfst du sehr gerne), hoffe ich, dass du deine Zeit dafür nutzt, über etwas Sinnvolleres zu sprechen. Nicht über meine Nase.“
Quellen: The Guardian, Heartbeats