Startseite Politik Erstes Gesetz 2026: Trump erlaubt Vollmilch an US-Schulen

Erstes Gesetz 2026: Trump erlaubt Vollmilch an US-Schulen

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Kaum ein Lebensmittel steht in den USA so sehr für gesellschaftliche Grundsatzfragen wie Milch. Gesundheit, staatliche Fürsorge und individuelle Freiheit prallen seit Jahren aufeinander. Nun rückt das Thema erneut ins Zentrum der Politik.

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Seit mehr als einem Jahrzehnt wird in den Vereinigten Staaten darüber gestritten, wie stark der Staat in die Ernährung von Kindern eingreifen soll. Programme gegen Fettleibigkeit, Zuckersteuern und Schulvorgaben wurden immer wieder als notwendig oder bevormundend kritisiert.

Besonders die Schulernährung entwickelte sich zu einem Symbol dieser Auseinandersetzung. Für Befürworter strenger Regeln stand sie für Prävention, für Gegner für eine übergriffige Gesundheitspolitik.

Barack Obama unterzeichnete 2010 den Healthy, Hunger-Free Kids Act, auf dessen Grundlage das Landwirtschaftsministerium Schulernährungsstandards einführte, die Milch auf fettarme oder fettfreie Varianten beschränkten.

Politisches Signal

Vor diesem Hintergrund unterzeichnete US-Präsident Donald Trump diese Woche den Whole Milk for Healthy Kids Act, wie das Topeka Capital-Journal berichtet. Schulen dürfen damit wieder Vollmilch und Milch mit zwei Prozent Fett anbieten.

Das Gesetz war Ende 2025 einstimmig durch den Kongress verabschiedet worden. Für Trump ist es das erste unterzeichnete Gesetz im Jahr 2026 – und ein deutliches Signal an seine politische Basis.

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Neuer Leitfaden

Der Schritt folgt auf neue Ernährungsrichtlinien des Gesundheitsministeriums. Anfang Januar erklärte Minister Robert F. Kennedy Jr. bei der Vorstellung: „Wir beenden den Krieg gegen gesättigte Fette“, wie Topeka Capital-Journal berichtet.

Trump griff diese Linie auf. „Mit dieser Gesetzgebung können Schulen endlich ihr Angebot um nahrhafte Vollmilch erweitern“, sagte er bei der Unterzeichnung. Es sei die „perfekte Fortsetzung der neuen echten Ernährungspyramide“.

Marshalls Rolle

Eingebracht wurde das Gesetz von Senator Roger Marshall aus Kansas, einem Republikaner und ausgebildeten Arzt. Er sieht frühere Schulvorgaben kritisch und betonte bei der Zeremonie: „Milch ist das gesündeste und nahrhafteste Getränk, das der Mensch kennt.“

Marshall behauptete zudem: „Wir haben heute eine ganze Generation junger Erwachsener mit Osteopenie und Osteoporose.“ Das Topeka Capital-Journal konnte jedoch keine Studie finden, die einen direkten Zusammenhang mit früheren Schulgesetzen belegt.

Zahlen und Zweifel

Nach Angaben der Zeitung verwies Marshalls Team auf allgemeine Forschung. Genannt wurden Daten der International Osteoporosis Foundation, wonach sich osteoporosebedingte Hüftfrakturen bis 2050 verdoppeln könnten, sowie Studien der US-Gesundheitsbehörde NIH zu Kalziummangel.

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Auch fettarme Milchprodukte liefern viele Nährstoffe. Die neuen Leitlinien erlauben Vollmilch, halten aber an einer Obergrenze von zehn Prozent gesättigter Fette pro Tag fest.

Milch als Symbol

Begleitet wird der Kurswechsel von einer Kampagne des Landwirtschaftsministeriums. Auf X veröffentlichte die Behörde ein Bild von Trump mit Milchglas und dem Slogan: „Der Milchbart ist zurück. Trink Vollmilch.“

Die Inszenierung zeigt, dass es bei Milch längst nicht nur um Ernährung geht, sondern um politische Haltung.

Quelle: Topeka Capital-Journal, U. S. Department of Agriculture

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