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Europäische Regierungschefs ziehen bei Migration an einem Strang

Meloni / Mette Frederiksen
Alexandros Michailidis / Shutterstock

Europäische Regierungen ringen weiterhin mit Migration, Integration und Fragen der kulturellen Identität. Eine neue politische Erklärung zeigt, wie Führungspersönlichkeiten aus unterschiedlichen politischen Lagern bei einigen dieser Themen einen gemeinsamen Nenner finden können.

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni haben in einer gemeinsamen Erklärung strengere Migrationskontrollen und einen stärkeren Schutz des christlichen Kulturerbes Europas gefordert.

Wie der dänische Rundfunksender DR berichtet, erklärten sie, dass Menschen, die sich in europäischen Ländern niederlassen, sowohl europäische Werte als auch nationale Gesetze respektieren sollten. Diese Erwartung solle sowohl für irreguläre Migranten als auch für Ausländer gelten, die sich legal in Europa aufhalten.

Die beiden Regierungschefinnen stammen aus unterschiedlichen politischen Traditionen. Frederiksen führt die dänischen Sozialdemokraten, während Meloni an der Spitze der rechten Partei Fratelli d’Italia steht.

Migration prägt ihre Zusammenarbeit

Frederiksen hat eingeräumt, dass sie und Meloni in mehreren politischen Fragen unterschiedlicher Meinung sind. Bei der Migration überschneiden sich ihre Positionen jedoch besonders deutlich. Dies bietet den beiden Regierungschefinnen trotz ihrer unterschiedlichen ideologischen Hintergründe eine Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit.

Wie DR berichtet, argumentierte Frederiksen, dass illegale Migration zu mehr Kriminalität, einer stärkeren Belastung der Sozialsysteme und einem Rückgang des Vertrauens in der Bevölkerung beigetragen habe.

Beide sprachen sich zudem dafür aus, straffällig gewordene ausländische Staatsangehörige häufiger abzuschieben und die Bemühungen fortzusetzen, Teile des europäischen Migrationssystems außerhalb des Kontinents anzusiedeln.

Ihre Position umfasst auch die Unterstützung von Lösungen unter Einbeziehung von Drittstaaten. Diese betrachten sie als Teil umfassenderer Bemühungen, die Zahl irregulärer Einreisen zu verringern und die Kontrolle über die Migration nach Europa zu verstärken.

Bestehende Vorschläge erneut aufgegriffen

Laut dem Bericht von DR enthielt die Erklärung keine wesentlichen neuen Vorschläge. Frederiksen und Meloni griffen stattdessen erneut Maßnahmen auf, die sie bereits zuvor unterstützt hatten. Dazu gehören Aufnahme- und Rückführungszentren in Drittstaaten als Teil eines strengeren Ansatzes in der Migrationspolitik.

In der Erklärung behaupteten sie, dazu beigetragen zu haben, Europas Umgang mit der Abschiebung straffällig gewordener ausländischer Staatsangehöriger im Rahmen der Europäischen Menschenrechtskonvention zu verändern. Sie führten dies als Beleg dafür an, dass eine strengere Politik verfolgt werden könne, ohne den rechtlichen Rahmen Europas zu verlassen.

Ihre Zusammenarbeit zeigte sich auch in der vergangenen Woche, als sie nach einem Anstieg der Migration aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta einen gemeinsamen Brief an die Staats- und Regierungschefs der EU schickten.

Die politische Analystin von DR, Rikke Gjøl Mansø, sagte, die Botschaft scheine sich zum Teil an europäische Wähler zu richten, die die Ansichten der beiden Regierungschefinnen bereits teilten. Ihrer Einschätzung nach enthielt die Erklärung kaum neue politische Vorschläge, stärkte jedoch das Profil der beiden als Befürworterinnen strengerer Migrationsregeln.

Quelle: DR