Das öffentliche Bild wird oft durch kurze Momente und wiederholte Medienberichterstattung geprägt. Eine engere Beziehung kann verändern, wie eine politische Persönlichkeit wahrgenommen wird.
Nachdem er Donald Trump einst als „Amerikas Hitler“ bezeichnet hatte, sagt JD Vance nun, dass er den Präsidenten falsch eingeschätzt habe.
Im Gespräch mit Steven Bartlett im Podcast The Diary of a CEO erklärte der US-Vizepräsident, seine frühere Sicht auf Trump habe sich gebildet, bevor er ihn persönlich kennengelernt habe.
Vance sagte, es habe einen „Vorbehalt“ bei seiner damaligen Kritik gegeben, weil er Trump zu jener Zeit „nicht besonders gut kannte“.
Seitdem habe ihm der persönliche Kontakt eine andere Seite Trumps gezeigt als diejenige, die er durch Medienausschnitte und öffentliche Auseinandersetzungen wahrgenommen habe.
Aus der Distanz beurteilt
Vance sagte, der Trump, den er privat kennengelernt habe, habe nicht dem Bild entsprochen, das er sich von außen gemacht hatte:
„Donald Trump ist als Mensch ganz anders, als die Medien ihn darstellen. Er ist sehr warmherzig. Er ist seinen Kindern und Enkeln gegenüber ein sehr liebevoller Mensch. Er ist unglaublich großzügig.“
Vance sagte, diese persönlichen Beobachtungen hätten seine Sicht auf Trumps Charakter verändert:
„Wenn man Donald Trump im Oval Office erlebt, ist es, als müsse er einem ein Geschenk machen. Er gehört zu den Menschen, die Gastfreundschaft wirklich schätzen. Er macht anderen Menschen sehr gern eine Freude.“
Er verteidigte außerdem Trumps Intelligenz, bezeichnete ihn als „sehr klug“ und sagte, er lese viel.
Darüber hinaus argumentierte Vance, Trump würde sich in einem IQ-Test im Vergleich zu vielen früheren US-Präsidenten gut schlagen.
Die Kehrtwende begleitet ihn weiterhin
Vances Erklärung fällt auf, weil sich seine politische Identität seit 2016 drastisch verändert hat. Damals gehörte er zu den Konservativen, die Trump als Risiko für die Partei betrachteten und befürchteten, sein Aufstieg könnte der Bewegung schaden.
Heute vertritt er nahezu die gegenteilige Position. Als Vizepräsident kommentiert Vance das Geschehen nicht mehr von der Seitenlinie aus. Er ist einer von Trumps prominentesten Verteidigern und eine zentrale Figur in dem politischen Projekt, das er einst mit Misstrauen betrachtete.
Anstatt die Kehrtwende als Frage von Strategie oder Ehrgeiz zu beschreiben, stellt Vance sie als persönliche Neubewertung dar. Seine erste Meinung sei aus der Distanz entstanden – geprägt von öffentlichen Auseinandersetzungen, Medienberichten und kurzen Videoausschnitten.
Er glaubte, Trump aus der Ferne verstanden zu haben, kam später jedoch zu dem Schluss, dass er ihn falsch eingeschätzt hatte, nachdem er erlebt hatte, wie Trump sich im privaten Umfeld verhielt und direkt mit ihm zusammenarbeitete.
Quellen: The Diary of a CEO-Podcast